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Acte 33 bei sengender Hitze in Paris (Screenshot)

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Etwa 10200 Menschen haben gestern frankreichweit an den Protesten der Gelben Westen teilgenommen. Die Temperaturen lagen teilweise über 40 Grad Celsius und von den gelben Westen, den Symbolen des Protestes war daher wenig zu sehen. Es waren in Paris und Toulouse eher junge Menschen in luftiger Freizeitkleidung, die auf die Straße gingen.

Sogar die sonst sehr martialische CRS, die Polizei, stand meist ohne Helm da und verzichtete sogar in Teilen auf ihre Panzerung. Für Ausschreitungen nennenswerten Umfanges schien es ebenfalls zu heiß gewesen sein. In Paris wurden ein paar Mülltonnen angezündet und es gab kleinere Scharmützel mit den Sicherheitskräften.

Der Protest stand erneut unter dem Zeichen der Solidarität mit den vielen Verletzten der bisherigen Proteste und kritisierte massiv, das aggressive Vorgehen der Polizei, in den vergangenen Wochen und Monaten.

Einige Medien, wie BMFT sprachen auch von „unbeugsamen Demonstranten“, was angesichts der extremen Hitze so auch zutraf. Die Proteste verteilten sich erneut auf ganz Frankreich. Es gab Demonstrationen in Rennes, Caen, Marseille, Nantes, Bordeux und vielen anderen kleineren Städten, aber jeweils mit geringerer Teilnehmerzahl als in Paris und Toulouse.

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Einer der Live-Reporter der Gelben Westen in Paris stöhnt unter der Hitze (Screenshot)

Toulouse gilt inzwischen als heimliche Hauptstadt der Gilets Jaunes.

In Montceau-les-Mines gab es derweil eine Versammlung von Gilets Jaunes Aktivisten (etwa 600 an der Zahl), die über die Zukunft der Gelben Westen diskutierten. Dort denkt man auch über eine Liste der Bürger nach, die man eventuell auch als Gilets Jaunes bezeichnen will, die die Demokratie in Frankreich dauerhaft zum Thema machen und möglicherweise auch eines Tages zu Wahlen antreten will. Politiker aber möchte man auf einer solchen Liste gerade nicht sehen.