Ein Tag im Berlin der Psychopathen, Soziopathen und Unsympathen.

Manchmal frage ich mich, warum mir die Stadt so zuwider ist. Man lebt doch ganz gut hier. Nur die Mitmenschen, die sind scheußlich!

Berlin ist vollgestopft mit Egomanen, Weltverbesserern, sinnlosen Existenzen, Blockwarten und selbsternannten Hilfsscheriffs, militanten Emanzen und Hundebesitzern, die ihre Kläffer gegeneinander antreten lassen.

Dazu kommen noch die Autofahrer, die Radfahrer und die Fussgänger, die vereinsamten Spaziergänger und leider sehr wenig Liebespaare. Genauso denke ich manchmal, müssen diese Stadt die vielen Ausländer sehen, die bei uns herumlaufen. Unsympathisch bis zur Hutspitze, aber eben ein Panoptikum deutscher Abnormitäten, das besichtigt werden muss.

Ein englischer Spruch lautet: In Großbritannien ist alles erlaubt, was nicht verboten ist. In Deutschland ist alles verboten, was nicht erlaubt ist.

Es ist etwas dran, aber in Wirklichkeit ist es schlimmer. In Berlin gilt dieser Satz und gleichzeitig die Reaktanz dagegen. Man nimmt sich selbst alles heraus und beschimpft die anderen, die das gleiche tun. Unerträglich!

Nur einen Tag oder ein paar Stunden, dann weiß man Bescheid.

Ich gehe mit meinem Sohn und dem Hündchen im Park spazieren. Auf dem Weg dorthin müssen wir über einen Zebrastreifen, der von den Autofahrern brav respektiert wird, aber nicht von den Radfahrern. Mit Hund und Kind muss ich aufpassen nicht niedergewalzt zu werden. Ein Radfahrerin, Typ Emanze ist besonders dreist. Sie schießt mit ihrem Velo zwischen uns und dem Hund, zentimeterbreit vorbei und überfährt dabei die Hundeleine. Als ich Hey rufe, sehe ich von hinten, wie sich ihr Finger hebt.

Das ist Berlin.

Im Park halten wir das Hündchen streng an der Leine, immer bedacht, seinen Kot mit Tütchen aufzusammeln, wenn er denn mal will. Irgendwann muss ich selbst hinter den Baum, pinkeln. Eine Frau mit einem wesentlich größeren Hund, der frei läuft, kommt vorbei und kritisiert mich, dass Pinkeln im Park verboten sei. Wirklich?

“Hunde frei laufen lassen, auch”, entgegne ich, worauf sie sich abwendet.

Schließlich haben wir den Spaziergang beendet und sind auf dem Rückweg. Unser Hündchen hat sein Geschäft erledigt und wir haben es brav mit einer Tüte entsorgt. An einer Straßenecke pinkelt der kleine Spaniel nochmal ins Gebüsch, wobei ein Mann mit Cowboyhut und Fahrrad anhält und behauptet, der Hund habe gekackt.

Hat er aber nicht. Der selbsternannte Hilfsscherrif besteht aber darauf und beginnt einen großen Streit, droht und schreit herum. Mein Sohn und ich gehen einfach weiter.

Mir ist diese Stadt peinlich und meine Junge merkt das. “Tut mir leid, dass ich Dich hierher geschleppt habe”, möchte ich sagen und verkneife es mir.

Ich muss danach noch mit dem Auto etwas abholen und fahre von unserem Parkplatz mit abschließbarer Schranke herunter. Während ich herunterfahre, drängelt sich eine Taxe mit türkischer Familie an mir vorbei auf den Parkplatz. Ich zucke die Schultern und schüttele den Kopf, schließe die Schranke wieder, um meinen Schlüssel frei zu bekommen. Da kommt der Taxifahrer angelaufen und bedeutet mir, in gebrochenem deutsch, dass ich nicht abschließen könne, weil er hinterher wieder heraus muss. Ich erkläre ihm, dass ich abschließen muss, weil ich sonst nicht an meinen Schlüssel komme. Er flucht und beschimpft mich unflätig. Ich schlage ihm vor, doch jetzt sofort herunter zu fahren, aber er will nicht. Die drei Frauen schauen schließlich gerade nach, ob er sich durchsetzen kann. Er ist ganz Macho und verwünscht mich, was mich letztlich dazu bringt, einfach wieder abzuschließen, meinen Schlüssel nehmen und loszufahren. Sollen die selbst sehen, wie sie wieder rauskommen.

Unterwegs muss ich von einer kleinen auf eine große Straße einbiegen und just in dem Moment kommt mir eine Tesla-Fahrerin entgegen, bedeutet mir, rückwärts zu fahren, weil sie an den Parkplatz neben mir will. Dabei fährt sie mitten auf der Straße und blockiert meine Weiterfahrt. Ich bin gezwungen zurückzusetzen und abzuwarten bis die Teslabesitzerin (ein Cabrio) eingeparkt hat, was einige Zeit dauert. Vor der Weiterfahrt kann ich mir aber nicht verkneifen, sie zu fragen, ob der Tesla zur Zeit noch ohne Rückwärtsgang ist, sonst sei er ja ganz schick. Die Dame reagiert humorlos und unfreundlich. Ich solle verschwinden, mit meinem Stinker (sie meinte mein Diesel-Fahrzeug).

Berliner Regeln? Tesla Cabrio plus Frau bedeutet eingebaute Vorfahrt?

Offensichtlich.

Übrigens ist in Berlin an öffentlichen Plätzen bald nicht nur das Pinkeln, sondern auch das Rauchen verboten. Einige Parteien, darunter die FDP und die Grünen haben einen Vorstoß in dieser Richtung gemacht. Passivrauchen soll auch an der frischen Luft unmöglich gemacht werden. In Wirklichkeit sollen einfach die Raucher ausgeschaltet werden und sich so richtig mies fühlen.

Ich frage mich nur, wie man diese Stadt ohne Zigarretten ertragen kann? Ich brauche von Zeit zu Zeit eine, um meinen Brechreiz zu beruhigen.

Berlin, denke ich, ist eigentlich keine schlechte Stadt. Nur die Leute hier, die sind echt eklig, einfach zum Kotzen.