2016-06-05 13.29.42

Foto Gedächtnisbüro 2016

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Tausende von Fahrradfahrern aus dem gesamten Bundesgebiet erlebten heute ihren Traum, gesperrte Straßen, gesperrte Autobahn und alles nur für den Radverkehr.

Weder Gewitter noch dicke Tropfen, die vom Himmel platzten, konnten die Cyclisten von diesem Triumpf abhalten und er sei Ihnen zumindest heute gegönnt.

Die übrigen 364 Tage allerdings sind die Radfahrer in Berlin eher eine Plage und verhalten sich im Straßenverkehr wie Kinder einer Vorschulklasse.

Da ist die mittelalte Mutter, die direkt vor der Schule die rote Ampel überradelt und sich dabei sogar noch an den Kleinen vorbei zwängt, die sich verdutzt ihr grünes Ampelmännchen anschauen. „Wir hatte doch grün Papa, warum fährt die denn einfach weiter?“

Weil es alle so machen, möchte man Antworten und damit alles Grundvertrauen der Kinder in die Straßenverkehrsordnung zerstören, aber man beherrscht sich. „Vielleicht hat sie ja die rote Ampel nicht gesehen.“

Erschreckend das ausdruckslose Gesicht, mit dem viele Radfahrer notorisch Verkehrszeichen ignorieren und sich dabei auch mal mit einem LKW anlegen, als seien sie in Trance oder nicht ganz bei Trost.

Schreien, Brüllen und Beleidigen liegt dabei besonders männlichen, inzwischen aber auch weiblichen „Draht-Eseln“ ziemlich nahe, der Wutausbruch folgt meist der Regelübertretung, allerdings der eigenen und nicht der der Autofahrer.

Die Berliner Autofahrer haben gelernt, dass sie es mit den zweirädrigen Pedalrittern mit Unzurechnungsfähigen zu tun haben, die jederzeit nach links oder rechts ausbrechen können, im Gegenverkehr fahren, Ampeln ignorieren und auch in den schmalsten Spalt zwischen den Fahrzeugen einfahren, um nicht aus dem Tritt zu kommen.

Wenn man einen Fahrradfahrer dieser geistigen Bauweise danach fragt, warum er die Ampel bei Rot überquert und sich durch die befahrene Kreuzung schlängelt, wird er antworten. „Wieso, das machen doch alle.“ Genau diese Art geistiger Unzurechnungsfähigkeit erlaubt das Urteil, dass diese Leute auch keine ökologischen Argumente glaubwürdig vorbringen können, weil sie selbst ganz offensichtlich nicht denken. Bestenfalls haben sie ein paar sinnentleerte ökologische Satzschablonen verinnerlicht, die sie dann aufsagen können.

Hinweise auf Eigen-und Fremdgefährdung liegen massenweise vor und trotzdem nimmt niemand diesen „Nichtdenkern“ auf zwei Rädern das Fahrrad weg. Warum eigentlich nicht? Sie stellen inzwischen die Verkehrsteilnehmer mit den meisten Verkehrstoten in Berlin dar. In diesem Jahr nähert sich die Zahl der Zweistelligkeit. Eine traurige Bilanz. Wer Fahrradfahrer in Berlin beobachtet, kennt die Ursachen, leider. Man sollte ihnen jede Menge Radwege bauen, damit sie aufhören die Nerven und die Überaufmerksamkeit der Autofahrer zu testen.

Vielleicht spekulieren die Fahrrad-Rowdies ja genau da drauf?