Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Wahlanalyse AfD bei den Berlin-Wahlen. Die Berliner AfD ist ohne Zweifel eine werkonservative, demokratische Partei ohne rechtsextreme Attitüden.

Das endgültige Ergebnis der AfD in Berlin am 18.9.2016 steht noch nicht fest. Gegen 22.00 gehen die Hochrechnungen von etwa 14% aus. Damit liegt die AfD nur noch 1% hinter den Grünen, knapp 2% hinter den Linken und 3% hinter der CDU. (Zahlen von Infratest-Dimap)

Die Wählerwanderungen zur AfD zeigen, dass aus jeder Partei, die im Abgeordnetenhaus vertreten sein wird, deutliche Wählerwanderungen zur AfD stattgefunden haben. Von der FDP 4000 Wähler, von der SPD 22000 Wähler, von der CDU 37000 Wähler, von den Linken und den Piraten (die raus sind) je 11000 Wähler, von den Grünen 3000 Wähler. Von den anderen Parteien 45000 Wähler und von den Nichtwählern 64000 Wähler.

Nach sozialen Schichten und beruflichem Status, wählten die AfD zu 27% Arbeiter, 11% Angestellte, 11% Selbständige, 15% Rentner, 21% Arbeitslose.

Nach Geschlecht wählten 17% der Männer und 10% der Frauen AfD. Nach Alter waren es vor allem Wähler ab 35 Jahren, welche die AfD wählten.

Zusammenfassend wird deutlich, dass auch in Berlin die Wähler der AfD aus allen Parteien, Schichten und Altersgruppen kommen, mit einem Schwerpunkt bei den 45-70 jährigen und den Männern.

Der Spitzenkandidat der AfD Georg Pazderski hat einen moderaten Wahlkampf mit deutlich wertkonservativen Akzenten geführt. Im rechtsextremen Lager wurde von der Berliner AfD nicht gefischt, so dass das Ergebnis nicht so hoch ausfiel, wie in Mecklenburg-Vorpommern. In Berlin verzichtete die AfD auf die rechtsextremen Wähler, die gezielt nicht angesprochen wurden, was nochmal 2-3 Prozentpunkte gebracht hätte. Dann wäre die AfD zweitstärkste Kraft geworden.

Darüber kann man froh sein und sollte sich bei den etablierten Parteien mit dem üblichen Rassismus-Schema zurückhalten, mit dem man die AfD üblicherweise diskreditiert. Tatsächlich hat sich die Berliner AfD unter Pazderski moderat eingeführt und ist ohne Zweifel eine wertkonservative, demokratische Partei.

Zahlen von Infratest-Dimap.