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Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Eigentlich ist die Zeit ideal für einen CSU-Kanzlerkandidaten. Im nächsten Jahr wird die Bundestagswahl einen Rechtsruck erleben, wie schon lange nicht mehr. Die CSU ist rechts-konservativ hervorragend aufgestellt. Wer bei der nächsten Wahl, statt einer rechten Protestpartei, lieber einen politischen Kopf wählen möchte, wäre mit Seehofer gut bedient.

Die Sache hat nur zwei kleine Schönheitsfehler. Merkel will wieder kandidieren und Seehofer hat nur die CSU, nicht aber die gesamte Union hinter sich. Der bayerische Machtpolitiker ist sich dessen bewusst und spekuliert daher nicht auf die Kanzlerschaft, sondern viel mehr auf das Innenministerium, welches er nicht unbedingt selbst haben möchte, aber nach 2017 CSU-geführt sehen möchte.

Die Vorteile so eines Deals lägen für Seehofer auf der Hand. Bayern würde die Bundesinnenpolitik in Zeiten der Flüchtlingskrise bestimmen können. Damit könnte die CSU tatsächlich die Unionspolitik in Sachen Flüchtlinge, Zuwanderer und Integration in bayerischer Manier prägen und damit die Kanzlerin irgendwo links stehen lassen.

Die AfD hätte bei einer solchen Besetzung im Inneren ihre Probleme, als Protestpartei wirkungsvoll zu punkten, da Seehofer schon gezeigt hat, dass er den „Alternativen“ konservativ gewachsen ist. Deutsche Leitkultur, hartes Grenzmanagement und wesentlich härtere Integrationsregeln für Zuwanderer bei gleichzeitig erhöhten Einwanderungshürden und Obergrenzen für Flüchtlinge, könnten die AfD überflüssig machen.

Sehr wahrscheinlich würde Merkel auch der CSU das Innenministerium überlassen, Landwirtschafts- und Verkehrsministerium unbesehen, weil sie außer Seehofer überhaupt keine Waffe gegen die AfD hat. Ihr Kurs jedenfalls führt nur zu einem weiteren Erstarken der Rechtspopulisten.

Am Ende könnte es für die Union sogar eine Win-Win-Situation werden, wenn der rechte Flügel aus Bayern das Wahlergebnis im Herbst 2017 so weit aufbessern kann, dass ein kleiner Koalitionspartner fürs Regieren ausreicht.

Das könnten dann die Grünen sein, die vermutlich mit sehr wenig zufrieden sein müssten, da sie sich insgesamt politisch im Abwind befinden. Wie gut oder schlecht die Grünen dann am Ende einer solchen schwarz-grünen Koalition dastünden, lässt sich nur vermuten. Das Schicksal der FDP und auch der SPD, die am Ende erheblich verloren haben, dürfte auch den Grünen winken. Schade wäre es um diese Partei nicht, die sich inzwischen als deutsche neokonservative Partei von den Amerikanern unterstützen lassen und außer Gender-Umerziehung der Bevölkerung und Ökodiktatur eigentlich nichts mehr im Programm haben, was die anderen nicht auch schon hätten.

Man darf gespannt sein!