Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Rudolf Augstein äußert heute “beinahe Sympathie” für Trump. Ob man nun das miese Spiel der amerikanischen Geheimdienste, das die Medienwelt mit Desinformationen versorgt, zum Anlass nehmen soll, um Trump zu bemitleiden, ist Geschmackssache.

In jedem Falle geht der Machtkampf in Washington weiter und die gesamten westlichen Elitenetzwerke, die auch Presse und Medien längst in der Tasche haben, mischen mit.

Für uns Unbedarfte sind das trotzdem gute Zeiten. Nie haben wir so offensichtliche Lügen aus höchsten politischen Kreisen mit solcher Offensichtlichkeit vernehmen dürfen, wie heute. Damit ist nicht nur der amerikanische Präsident gemeint, sondern seine Feinde überall auf der Welt ebenso.

Damit die Kampagne gegen Trump endlich Fahrt aufnimmt, wird alles herbeigezerrt, was nur möglich scheint und vor allem Russland zunehmend zu einem dunklen Unland stilisiert, schlimmer als die Sowjetunion im kalten Krieg. Man braucht bei den Demokraten und den neokonservativen Republikanern einfach dieses “unendlich Böse” um den gewählten Präsidenten abzusägen. Deshalb und nur deshalb steht das Weiße Haus jetzt in Moskau. Nur dort schließlich sind Methoden des “Regime Change” wirklich gerechtfertigt, die Methoden also, mit denen sich die CIA gut auskennt.

Die Demokraten sind in ihrer undendlichen Wut über den Machtverlust nun bereits in der McCarthy-Ära angelangt. Auch das ist leicht und offensichtlich zu erkennen.

Wer kann sich noch mehr Transparenz wünschen?

Passenderweise heisst einer der derzeit als Kronzeuge für Trumps Russland-Connction aufgebaut werden soll, ebenfalls McCarthy, wenn auch nur Kevin. Er war im Wahlkampf der Fraktionschef der Republikaner im US-Abgeordnetenhaus und vermutete, dass Trump von Putin finanziert würde. Aus der Vermutung wird nun ein Beweis, weil diese Vermutung als Gesprächsmitschnitt veröffentlicht wurde. Man achte auf die Logik!