Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

„Sagen, was ist“ lautet der Titel von Jan Fleischhauers Website, von der mir nicht bekannt ist, wie oft sie geklickt und wie oft die Inhalte rezipiert werden. Aber beim Spiegel wurde der Journalist jahrelang gelesen, angefeindet und zugleich (als Feigenblatt der Meinungsfreiheit?) gehalten. Fleischauer schreibt in seiner letzten Kolumne selbst darüber.

Inzwischen publiziert der links sozialisierte Querdenker beim Focus, was dem Magazin mit einem ähnlich ausgeprägten links-grünen Rudeltrieb, wie in andere Mainstreammedien, ein bisschen Vielfalt verleiht. Allerdings, einen Hofnarren haben sich schon im Mittelalter die Fürsten gehalten ohne sich sonderlich beeinflussen zu lassen.

Trotzdem ist man froh über jeden Journalisten, der noch bereit ist, seinen Finger auf die allgegenwärtige links-grüne Propaganda auf Kanzerlinnen-Linie zu legen, um das Problem unseres medialen Rudeltriebs wenigstens zu erwähnen. Natürlich interessiert das niemanden, weil Medienarbeit längst in den akademischen Bereich der Erziehungswissenschaften verschoben wurde, die sich schon seit Jahrzehnten sicher sind, dass einfache Menschen, nicht informiert, sondern manipuliert werden müssen. Früher nannte man das in linken Kreisen auch Agitation und Propaganda. Aber was soll man von schlecht bezahlten Journalisten auch sonst erwarten, irgendwo muss die Aggression ja hin.

Fleischhauer ist aber selbst dieser Deutung seiner Rolle, als geduldetes Feigenblatt, ein Stück voraus, weil er nun offensiv den rot-grünen öffentlichen Rundfunk angreift und damit tatschlich ähnliche Attacken reitet, wie der geschasste Verfassungsschutzpräsident, Hans Georg Maaßen, der eben nicht nur eine Presselüge (Hetzjagden in Chemnitz) aufdeckte und seinen Job verlor, sondern auch die neue Züricher Zeitung mit dem Westfernsehen verglich, weil sie auch nicht links gestreamten Franchising-Journalismus, veröffentlicht und damit einen Beitrag zur Meinungsfreiheit liefert, den bei uns nur noch Nischenblätter mit geringer Auflage bringen.

Wie auch immer, ist Fleischhauer mit seinem spitzen Stil, lesenswert und unersetzlich, weil er immer wieder darauf hinweist, wie notdürftig linke und grüne Propaganda ihre logischen Lücken flickt und wie aggressiv der Hinweis auf ihre Doppelbödigkeit meist abgewehrt wird, einschließlich der allgemein üblichen Drohung mit dem sozialen Nahtod durch die Nazikeule.

Derzeit hat der links-grüne Totalitarismus ähnlich radikale Gegner von rechts bekommen, was dem allgemeinen Geist in unserer Republik sehr schadet, weil es nun nur noch um „Haudrauf“ geht und der Geist dabei endgültig zum Teufel ist.

Ich fürchte irgendwann, muss dann auch Jan Fleischhauer ins Schweizer Exil und für die Neue Züricher schreiben, die letzte verbliebene Opposition mit Mainstream-Wirkung im deutschsprachigen Raum.

Echter Intellekt ist in Deutschland nämlich überhaupt nicht gefragt. Wir sind zu einem Land der ideologischen Rechthaber geworden, einer Hater-Republik in der die Leute auch im Medienbereich ständig das ideologische Springmesser bereit halten.

In einer solchen Atmosphäre ist sogar ein Hofnarr gefährdet.