Bestand und Einsatzbereitschaft leo2

Der Gesamtbestand des jeweiligen Gerätes umfasst auch Systeme dieses Typs, die zur Erprobung an eine wehrtechnische Dienststelle oder die Industrie abgegeben wurden oder sich in einem Depot bzw. einer Werft zu umfangreicheren Instandsetzungsmaßnahmen befinden. Der Verfügungsbestand beinhaltet alle Geräte, die der Truppe in Verantwortung der Inspekteure für Ausbildung, Übungen und Einsatzverpflichtungen zur Verfügung stehen.

Die technische Einsatzbereitschaft der Bundeswehr lag bereits 2016 im Durchschnitt bei weit unter 50%. Geschönte Berichte des Verteidigungsministeriums und vollmundige Ankündigungen auf Hochglanzprospekten können nicht darüber hinwegtäuschen, dass deutsche Kasernen gut verwaltete Schrottplätze sind.

Wer sich angesichts der Hiobsbotschaften, die in den letzten Wochen durch die Medien gingen, ein objektiveres Bild vom Zustand unserer Armee machen möchte, wird fündig. Berichte der Springer-Medien, in denen interne Papiere lanciert werden, die von einem katastrophalen technischen und logistischen Zustand der Bundeswehr ausgehen, wirken ebenso sensationell wie tendenziös.

Die Provokation veranlasst dazu, sich selbst ein Bild von der Ausrüstung der Truppe zu machen, die nach Medienberichten nicht in der Lage ist, 12 000 gut ausgerüstete Soldaten (mit ausreichend Winterkleidung und Essensrationen!) und unter anderem 44 einsatzfähige Leopard II (faktisch hat man weniger als 10 einsatzfähige Leo II) für das nächste Nato-Manöver zur Verfügung zu stellen.

Beispiel Leopard 2 Zahlen und Zahlendreher

Eigentlich sollte der Bestand an Leopard-Panzern der neueren Generation in 2015 angesichts der Ukraine-Krise von 225 auf 328 Stück aufgestockt werden. Hierbei handelt es sich wie bei allen anderen Angaben zur Ausrüstung der Bundeswehr um „Bestandsangaben“.  Laut Bericht des Verteidigungsministeriums von 2016 läge der Bestand an Leo II bei 244 Stück. Davon durchschnittlich einsatzbereit seien 132 Stück (eine Zahl, die nach oben und unten stark schwanken kann).  Trotzdem wird eine Einsatzbereitschaft für den Leo II von 79% im Mittel angegeben. Diese Zahl entsteht dadurch, dass nur die aktuell verfügbaren (nicht ausgeliehen und nicht in Instandhaltung) Panzer von derzeit 167 Stück als 100% genommen werden. Panzer also, die eigentlich funktionieren sollten, weil sie repariert wurden.

Wenn man die aktuell, in einem internen Papier,  berichteten Probleme, überhaupt nur 44 Leopard in das Nato-Herbstmanöver zu schicken, einbezieht (tatsächlich wären nur 9 Stück verfügbar), kommt bei der Einsatzbereitschaft zu einem Zahlendreher, allerdings mit einem Komma in der Mitte 9,7% der „einsatzbereiten“ Leos sind tatsächlich einsatzbereit und können in das Manöver geschickt werden.

Bei anderen Waffensystemen, insbesondere der Luftwaffe und der Marine, sieht es noch viel schlimmer aus. (siehe Bericht 2016) Der Leopard-Panzer wurde hier als Beispiel genommen, um zu verdeutlichen, wie das Flaggschiff der deutschen Rüstungsindustrie, das überall auf der Welt heiß begehrt ist, bei der Bundeswehr verteidigungstechnisch quasi nicht mehr existent ist.

Es scheint tatsächlich zu stimmen:

Sollte Deutschland tatsächlich einmal angegriffen werden, dann schleppt sich eine Lumpenarmee ohne Winterkleidung und ausreichende Nahrung mit einem Haufen Schrott in den Kampf.

Besser nicht! Die Bundeswehr sollte dann einfach die Kasernen räumen und nachhause gehen. So ist es wohl auch politisch gewollt.