Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Es ist fast schon beliebig, welche mögliche Unterstützung für den Islamischen Staat genauer untersucht wird, sei es die Anwerbung und Nachschubroute für Kämpfer, sei es die medizinische Versorgung dieser Kämpfer, die internetbasierte Infrastruktur, die Finanzierung mittels Ölverkäufen, der Nachschub an Waffen und Fahrzeugen, alles lief in den letzten Monaten und Jahren über die Türkei.

Die Türkei, das wird in manchen Medienberichten deutlicher, in anderen verklausuliert und isoliert kolportiert, ist der Hauptstützpunkt des Islamischen Staates! Der russische Präsident, der nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeuges durch die türkische Luftwaffe über syrischem Gebiet die Regierung Erdogan nun mit Vorwürfen überzieht, scheint zu übertreiben.

Putin scheint zu übertreiben, weil die Vorwürfe so ungeheuerlich sind, dass auch die Medien nur vorsichtig und distanziert darauf einsteigen. Die Wahrheit aber lässt sich immer weniger verschleiern. Russlands Präsident Putin übertreibt leider nicht, er untertreibt eher. Die Türkei ist ein befreundeter Staat Russlands. Die Wahrheit ist so erschreckend, wie die Feststellung offensichtlich ist:

Die Türkei ist ein Schurkenstaat, der im Schutz der Nato ein breit angelegtes Unterstützungsnetzwerk für den Islamischen Staat und seine Terrorarmee aufgebaut hat. Die Verflechtungen mit dem IS sind viel zu weitreichend, als dass die Regierung Erdogan davon nichts gewusst haben könnte. Schon gar nicht angesichts eines allmächtigen und effektiven türkischen Geheimdienstes.

Nebenbei ist die Türkei militärisch hochgerüstet und äußerst gefährlich. Die Regierung neigt zu einer impulsiven Politik, massiver Repression und das türkische Volk ist in seiner Mehrheit bereit, eine solche Politik, die gefährlich für den ganzen Kontinent ist, mit zu tragen!

Wenn nun die EU mit diesem Schurkenstaat über Beitrittserleichterungen und Visaerleichterungen verhandelt, um eine Bremsung des Flüchtlingsstromes durch die Türken zu erreichen, erkauft Brüssel sich diesen vermeintlichen Vorteil mit einem türkischen Freibrief, die Europäische Union zu zersetzen. Dümmer kann man nicht handeln, nur weil man keine Syrer mehr aufnehmen will.

Eher sollte man noch ein paar Millionen Syrer aufnehmen, als einen solchen schmutzigen Deal durchzuziehen.

Wenn es die Kanzlerin noch nicht gemerkt haben sollte, muss man es ihr sagen! In vielen sehr deutlichen Medienberichten muss endlich Klarheit geschaffen werden, dass die Türkei offen gelegt ist. Das Land ist der Hauptstützpunkt des Islamischen Staates und sein Tor zu Europa. Dieses Tor kann man nur schließen, indem man die Türkei abkoppelt und nicht noch intensiver mit Europa verbindet.

Sanktionen sind die Antwort und keine schmutzigen Deals!