Screenshot der Torurismus dieser Umah

Screenshot aus dem deutschsprachigen Hinrichtungsvideo “DerTourismus dieser Umah” des Islamischen Staates in dem zum Terror in Deutschland aufgerufen wird.

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Wer das neue IS-Video mit dem Titel „Der Tourismus dieser Ummah“ bei Google sucht, ist erstaunt, wie leicht es sich finden lässt. Ein paar Klicks und man landet direkt auf den Websites zur Hölle, die auch für deutschsprachige Besucher ein ansprechendes Portal bereit halten. Das Tor zur Hölle sieht also recht einladend aus, unbedarfte Besucher dürften einige Zeit brauchen, zu erkennen, dass hinter solchen Websites die wohl schlimmste Mörderbrut der jüngeren arabischen Geschichte steckt.

Interessant ist, dass die deutschen Medien, die auf solche Videos verweisen, beispielsweise die Bild-Zeitung, deren Inhalt erstaunlich nüchtern berichten und auf die Bezeichnung dessen, was in moralischer Hinsicht auf diesen Videos geschieht, fast vollständig verzichten. Die angelsächsischen Medien wie Daily motion und CNN sind da schon wesentlich deutlicher. Entsetzlich, grausam und brutal sind da schon die Standardbegriffe. Die Deutschen aber halten sich immer noch zurück.

Warum?

Wenn deutsche und österreichische Staatsbürger (und Dschihadisten) ihre wahnsinnigen Mordrituale im Namen Allahs zelebrieren, müsste den Medienleuten doch eigentlich der Kragen platzen. Das sind ja keine Araber, welcher Herkunft auch immer, die dort den Beruf des Teufels ausüben, sondern unsere Staatsbürger!

Wer da zum Killer-Tourismus aufruft und vollkommen abweichend zu jedem möglichen Verständnis des Islam in das Paradies auf Erden einlädt, in dem Ungläubige so viel gemeuchelt werden dürfen, wie man lustig ist, ist doch bei uns sozialisiert worden.

Lässt sich das alles durch islamistische Gehirnwäsche erklären? Wohl kaum. Die Leute, die dort unsere Kanzlerin beleidigen und bedrohen und zum offenen und wahllosen Mord auf unseren Straßen und in unseren Häusern aufrufen, sind zufällig bei uns aufgewachsen.

Das ist der eigentlich Schlag, den es zu verkraften gilt, weil hier der Wahnsinn und die Mordlust deutscher und österreichischer Staatsbürger eben nicht nur den Islam als Religion aufs äußerste schänden und diskreditieren, sondern auch unsere Gesellschaften, aus denen das eben kommt. Einfacher ausgedrückt, kommen die Mordtouristen aus Deutschland und Österreich und einer Reihe anderer europäischer Länder.

Das wissen wir alles, ebenso wie die Tatsache, dass sich die Mörder aus den Reihen der europäischen gewaltbereiten Salafisten rekrutieren, die gewissermaßen den Sympathisanten-Sumpf dieser Art von Terrorismus bilden. Wir wissen es.

Was fehlt ist die Kampfansage!

Die gewaltbereiten Salafisten könnten selbst zu Opfern ihres eigenen Dschihads werden

Die führen Krieg gegen uns und wir hoffen, dass es schon nicht so schlimm wird? Seltsame Einstellung, die wohl langsam nicht mehr zu halten ist, wo auch bei uns offen zu Mord und Terror aufgerufen wird. Hoffen wir, dass Deutschland und Österreich von Terroranschlägen verschont bleiben? Jetzt, wo auch in der Türkei, die sich beispiellos den Islamisten des IS angedient hat, Tote durch Terror zu beklagen sind?

Was sagt uns denn dieses Video, in dem wir alle für vogelfrei erklärt werden und um das zu unterstreichen, mal eben zwei Menschen ermordet werden?

Screenshot der tourismus dieser Umah 2

Screenshot, “Der Tourismus dieser Umah” während der Ermordung zweiter Opfer in Palmyra (Syrien)

Es wird Tote geben, auch bei uns und der Krieg wurde uns längst erklärt. Die Geheimdienste werden das nicht verhindern. Aber die Gesellschaft kann dagegen aufstehen und Islamismus entschlossen bekämpfen.

Die Diskussion, ob die fünftausend gewaltbereiten Salafisten, die wir geschätzt in Deutschland haben, als terroristisches Umfeld einzuschätzen sind, vielleicht sogar als terroristische Gruppierung, wird wieder aufflammen. Gerade nach diesem Video.

Fünftausend, das klingt nicht so viel. Die gleiche Zahl an ausgebildeten und extrem gewalttätigen Islamisten in Libyen reicht aber derzeit aus, um große Teile des Landes zu beherrschen und überall in diesem großen Land Angst und Schrecken zu verbreiten. Wir sollten also die Gefahr durch gewaltbereite Salafisten auch in Deutschland nicht unterschätzen und nie vergessen, dass die uns jeden Freitag in ihren Moscheen den Krieg neu erklären.

Spätestens nach dem ersten größeren Terroranschlag in Deutschland, werden sich die Leute, die ihre Religion zur Waffe gemacht haben und Gehirnwäsche zum religiösen Prinzip, wohl kaum noch in unserem Land sicher fühlen dürfen.

Der offene Angriff durch die Islamisten steht noch aus. Aber wenn er kommt, dann wird es auch in Deutschland genug Extremisten geben, die Salafisten durch die Städte jagen. Weit entfernt sind die von den Salafisten-Hochburgen nicht mehr, in Berlin und im Ruhrgebiet sind sie sogar schon sehr nahe dran. Die Neonazis warten nur auf die richtige Gelegenheit mit verhaltenem Beifall bestimmter Bevölkerungsteile loszuschlagen. Sie sind zahlenmäßig und an Brutalität keinesfalls eine geringe Gefahr, wie die jüngsten Verfassungsschutzberichte zeigen.

Die Salfisten in Deutschland aber haben ihre Existenz und ihre Familien hier. Sie sind keine entfesselten jungen Männer, die sich ihrer Mordlust hingeben können, ohne ihre Familien zu gefährden. Das ist der Unterschied.

Eigentlich müsste es in deren Interesse sein, Anschläge in Deutschland zu verhindern, weil sie sehr wahrscheinlich die nächsten Opfer sein werden.

Hier noch eine Parallele zu Libyen. Der Islamische Staat schützt keinesfalls die Salafisten, sondern nur diejenigen, die sich bedingungslos seinem Regime unterwerfen. Gerade heute haben Berufsmörder des IS dies eindrucksvoll in Sirte, dem Geburtsort Gaddafis, demonstriert. Ein rebellierender Stamm hat angeführt von einem Salafisten-Prediger, der seine Moschee nicht unter die Kontrolle des IS stellen wollte, in den letzten fünf Tagen dort eine Revolte versucht. Das Ergebnis war ein grausames Blutbad auch unter Salafisten mit unwürdigen und mittelalterlichen Tötungen der Stammesmitglieder. Deutsche Dschihadisten sollten sich also überlegen, ob sie sich wirklich mit dem Teufel einlassen wollen, um die „Ungläubigen“ zu bekämpfen. Im Prinzip beenden sie damit ihr Leben in Selbstbestimmung um Wahnsinnigen und ihren skrupellosen Hintermännern zu dienen.

Mal sehen, was man demnächst so in den Moscheen der deutschen Salafisten hören wird. Kriegstreiberei oder eben doch vorsichtiges Abwiegeln?