Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Verschwörungstheorie oder Realität? Die Flüchtlingsströme nach Europa könnten zunehmend von Islamisten gesteuert und für kriegerische, terroristische Zwecke eingesetzt werden. Die Befürchtung ist nicht ganz abwegig, da bereits Gaddafi der EU mit einem Flüchtlingskrieg gedroht hatte. Die Netzwerke zwischen Schleusermafia und Islamisten scheinen dichter zu sein, als bisher gedacht.

Allein gestern sind auf dem Mittelmeer an die 4000 Menschen in 22 Booten in Seenot geraten. Die Flüchtlinge sollen alle von der libyschen Küste gestartet sein. Die Strategie der Schleuser, Flüchtlinge mit den Booten auf das Meer zu schicken und sie dann ihrem Schicksal zu überlassen ist bereits seit mehreren Monaten zu beobachten. Der Strategiewechsel der Schleuser scheint kurz nach Veröffentlichung des EU-Plans eines militärischen Vorgehens gegen die Schleuser begonnen zu haben. Bekannt ist auch, dass gerade in Libyen Schleuser und Islamisten, auch Terroristen des Islamischen Staates eng kooperieren. In Tripolis herrscht derzeit eine international nicht anerkannte Regierung, die sich überwiegend aus Islamisten und einem libyschen Ableger der Moslembruderschaft zusammensetzt.

Auffällig ist allerdings, dass auch an der griechisch-mazedonischen Grenze derzeit tausende von Flüchtlingen abgesetzt und dort sich selbst überlassen werden. In ihrer Not gehen dabei viele Flüchtlinge ein hohes Risiko ein und versuchen die Grenzanlagen mit Gewalt zu überwinden.

Anschwellen der Flüchtlingsströme ein Zufall?

Weder über die Mittelmeer-Route, noch über den Landweg in Mazedonien gibt es derzeit eine heimliche und unauffällige Flüchtlingsbewegung. Die Schleuser setzten nicht mehr darauf, dass ihre angeworbenen und dann ausgenommenen Opfer bei Nacht und Nebel über die Grenze kommen, sondern wählen den Weg der geballten Ladung, die auf entsprechendes mediales Interesse trifft und teilweise massive Abwehrreaktionen der betroffenen Einreiseländer hervorruft. Diese Taktik ist ebenfalls neu, auch wenn sie nicht neu erscheint, weil in der Vergangenheit immer wieder spektakuläre Flüchtlingszüge vorkamen, die aber eher nicht einer Taktik, sondern einer hohen Nachfrage entsprachen. Aktuell jedoch wirkt die Situation eher wie eine herbeigeführte „Flüchtlingsoffensive“.

Recherchen stehen aus – sind aber dringend erforderlich

Wenn die Flüchtlingsindustrie derzeit auf Hochtouren läuft, hat das nur mittelbar etwas mit den Krisen in den afrikanischen und arabischen Ländern zu tun. Zumindest ist in den letzten Monaten keine neue Krise dazu gekommen, so dass die derzeitigen Flüchtlingsströme wohl eher auf eine besonders hohe Aktivität der Schleuserorganisationen und natürlich auch auf ein besonders gewährendes und förderndes Verhalten der Absprungs-Länder wie Libyen und die Türkei schließen lassen. Warum das ausgerechnet jetzt geschieht, wird nicht recherchiert, weder von den Medien noch von den Sicherheitsorganen. Die Europäer werden hier beispiellos im Unklaren gelassen. Die Berichterstattung bezieht sich nur auf das Was und Wie, nicht aber auf das Warum – wenn man von Allgemeinplätzen absieht, die sich auf die Schilderung der Situation in den betroffenen Krisenregionen beziehen. Dort aber hat sich in den letzten Monaten nicht viel geändert und dennoch sind die Flüchtlingsströme diesen Sommer massiv angeschwollen.

Auffällig aggressives Verhalten vieler Flüchtlinge

Nicht nur auf der Ferieninsel Kos kam es unter den Flüchtlingen zu Ausschreitungen, auch in anderen griechischen Sammellagern gab es gewalttätige Szenen. Die Angriffe auf die Grenzpolizisten an der griechisch-mazedonischen Grenze sind ebenso auffällig, wie das kämpferische Auftreten von Flüchtlingen in Frankreich, die durch den Eurotunnel nach Großbritannien gelangen wollen. Es scheint zudem so etwas wie einen aktuellen Trend zu geben, dass vor allem junge Männer ohne Familien versuchen in die EU zu gelangen und dabei durchaus aggressiv vorgehen. Warum wird ein solcher Trend nicht näher untersucht? Gerade auf der Balkanroute gibt es neben Familien auch eine ganze Reihe von jungen Männern, die allein  oder in kleinen Gruppen ihr Glück versuchen. Ihre Identität ist oft nicht feststellbar, sie kommen ohne Papiere.

Gesteuerte Flüchtlingswellen wären möglich  

Die Praktiken der Schleuserorganisationen, seien sie im Irak oder in der Türkei ansässig, sind eigentlich hinlänglich bekannt. Flüchtlingsgruppen werden oft über Wochen im Absprungsland nach Europa gehalten, um den richtigen Augenblick für die Überfahrt abzupassen. Diese Steuerung kann natürlich auch dafür genutzt werden, möglichst viele Flüchtlinge auf einmal über das Meer oder den Landweg zu schicken. Die Flüchtlingswellen lassen sich also ohne weiteres von der Schleusermafia steuern. Wenn nun an einem Tag, wie heute, mindestens zehntausend Flüchtlinge auf dem Land- und dem Seeweg losgeschickt werden, dann kann da kaum ein geschäftliches Kalkül eine Rolle spielen. Warum sollte man eine starke Abwehrreaktion der Zielländer provozieren wollen, wie derzeit in Griechenland oder Italien zu beobachten, aber auch in Frankreich und England, wo ein regelrechter „Tunnelkampf“ entflammt ist? Eine solche Taktik würde nur dann einen Sinn machen, wenn die Zielländer geplant überfordert oder an ihre Grenzen gebracht werden sollen. Welches Kalkül kann dahinter stecken?

Flüchtlingsströme verursachen überall in Europa Chaos

Das Chaos, das die derzeitigen Flüchtlingsströme verursachen, kann Zufall sein, aber auch Kalkül. In einer Situation in der Grenzzäune niedergerannt werden oder an einem Tag tausende Menschen von kaputten Seelenverkäufern und Schlauchbooten gerettet werden, steigt auch die Chance für Terroristen, sich unter die Flüchtlinge zu mischen und so als Asylsuchende in die europäischen Zielländer zu gelangen. Wenn allein Deutschland in diesem Jahr 800 000 Flüchtlinge aufnimmt und zu tausenden auf Sammellager verteilt, kann man schnell die Übersicht verlieren, wer noch da und wer untergetaucht ist, wer welche Netzwerke hat und mit wem in Deutschland Kontakt aufnimmt. Die Tatsache zumindest, dass überforderte Behörden mit hunderttausenden Menschen ungeklärter Identität konfrontiert sind, dürfte in der Frage der Terrorismusbekämpfung etwas beunruhigen.

Ein Terroranschlag in Deutschland ist nicht unwahrscheinlich

Terroranschläge, das sind wir bisher gewohnt, werden gewöhnlich von Zellen vorbereitet, die meist schon länger in den Zielländern leben und dort sogar recht gut integriert sind. Die „Sauerlandzelle“, die vor einigen Jahren rechtzeitig enttarnt werden konnte, ist ein Beispiel dafür.

Man kann sich aber auch eine ganz andere Art von Terroranschlägen vorstellen. Menschen, die nichts mehr zu verlieren haben, werden mit welcher Waffe auch immer, auf die Straßen geschickt, um möglichst viele Bürger eines Ziellandes zu töten. Die Täter müssen dabei noch nicht einmal überzeugte Terroristen sein. Es reicht, sie zu erpressen, für die Familie dieser Amokläufer Wohltaten zu garantieren oder auch nur eine fixe Idee unwissender Asylanten zu bedienen, damit diese irgendwann halb ohnmächtig, halb größenwahnsinnig zuschlagen. Der in dem letzten Video „Der Tourismus dieser Umah“ vom IS angekündigte Krieg, der in unsere Straßen und Häuser getragen werden soll, könnte eben auch so aussehen, dass durchgedrehte Asylanten auf belebten Straßen Blutbäder anrichten. Dafür braucht man nur ein Messer und die Wirkung ist viel größer, als bei einem Bombenanschlag. Die Bevölkerung ist danach nämlich massiv verunsichert und sieht in jedem Ausländer afrikanischer oder arabischer Herkunft einen potentiellen Attentäter.

Die Folgen eines solchen terroristischen Vorgehens könnten gravierend sein. Ein Land kann auf diese Weise in einen inneren Kriegszustand geraten, der von massiven sozialen Unruhen begleitet ist. Pegida wäre nichts dagegen.

Es ist sehr stark anzunehmen, dass in nächster Zeit etwas kommt. Ob es das ist, was hier beschrieben wurde oder etwas ganz anderes, wird sich zeigen. Die Wahrscheinlichkeit aber, dass die derzeitigen Flüchtlingsströme als trojanische Pferde für Terroristen genutzt oder sogar gezielt erzeugt werden, ist nicht ganz gering