Wagenknecht gelbe Westen

Sarah Wagenknecht appeliert in ihrem Video an die Deutschen. Eine Weihnachtsansprache der besonderen Art vor dem Kanzleramt :)

„Gilets Jaunes“ – Nach Zugeständnissen an die Gelben Westen, schlägt der französische Staat nun zurück.

Es sieht nach Strafverfolgung in voller Härte aus, was derzeit in den französischen Medien gegen die Gelben Westen vorgebracht wird. Während sich in Deutschland Sarah Wagenknecht mit einer gelben Weste vor das Kanzleramt gestellt hat, werden diese in Frankreich inzwischen im großen Stil verfolgt.

Das ist Europa im Jahr 2018.

Solange die Proteste im Vormarsch waren, wurden sie möglichst weich abgefedert. Macron und seine Regierung gaben sich entgegenkommend und haben die Menschen auf diese Weise befriedet. Jetzt gibt es eine Reihe von Strafverfahren (es sollen hunderte Verfahren sein), die nur partiell durch die Medien gehen. Teilweise berechtigt, teilweise schikanös, teilweise politisch motiviert. So fordert der französische Präsident ein großes juristisches Nachspiel für die Gelben Westen und einige private Autobahnbetreiber halten sich inzwischen an die Autofahrer die mit Videoüberwachung an den Mautstellen erfasst wurden, als die Gelben Westen ihre Kampagne für kostenlose Autobahnbenutzung in die Tat umsetzten. Die Schranken an den Mautstellen wurden geöffnet und die Autofahrer wurden durchgewunken.

Ähnlich wie in Spanien, wo die katalanischen Politiker, die für die Unabhängigkeit gekämpft haben, immer noch im Gefängnis sitzen und auf ihre Anklagen wegen Rebellion warten, gibt es auch in Frankreich den ausgeprägten Reflex, politische Kämpfe mit Hilfe des juristischen Apparates zu beenden. Der französische Präsident fordert dies auch in der Öffentlichkeit ganz offensiv, unterstützt durch die Medien.

Derzeit laufen Videos durch die Medien, die einseitig die Gewalt der Gelben Westen gegen die Polizei thematisieren. Ziel ist ganz offensichtlich, die breiten Proteste der Franzosen exemplarisch zu diskreditieren und zu kriminalisieren. Denn Gewalt der Polizei gegen die Gelben Westen, die es überall gegeben hat, wird in den Medien nicht thematisiert.

Erinnern wir uns noch an Alexandre Benalla? Der ehemalige Sicherheitschef von En Marche und persönliche Security-Mann von Macron war durch unverhältnismäßig aggressive und illegale Einsätze gegen Demonstranten am 1. Mai dieses Jahres aufgefallen. Er fühlte sich, wie er in den Ausschüssen und Befragungen immer wiederholt hatte, vollkommen im Recht und repräsentiert damit den Haß der Eliten auf das Volk, dass sich zur Wehr setzt, wie kein Zweiter in diesem Jahr. Gleich danach kommt Macron mit seiner arroganten Haltung gegen die Franzosen, die sich keinen „Anzug“ leisten können.

All das spricht dafür, dass der Kampf der Franzosen gegen ihre Eliten jetzt in der Weihnachtszeit nur pausiert wird. Viele Franzosen dürften äußerst sauer unter dem Weihnachtsbaum sitzen. Abgespeist, diskreditiert und kriminalisiert zu werden, dürfte nicht zu dem französischen Stolz passen.

Es dürfte nach Weihnachten noch einiges zu erwarten sein, in Frankreich.