Franky Zapata

Zapata auf seine Flyboard kurz vor der britischen Küste (Screenshot)

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Franky Zapata hat es geschafft. In 20 Minuten flog er mit seinem Flyboard von Sangatte nach St. Margrete´s Bay in Südengland über den Ärmelkanal.

Er bewältigte die 35 km über Wasser mit einem Tankstop auf dem Kanal, bei dem er dieses Mal nicht ins Wasser fiel.

Die Geschichte der Flyboards ist hochgradig spannend und begann mit einem Jetski (Zapata war professioneller Jetski-Pilot) der ein Flyboard mit einem Wasserstrahl in die Lüfte hob. Es handelte sich um einen Fesselflug über Wasser. Hooverboard-Entwicklungen, die einen Schwebeflug ermöglichten, kamen dazu. Flyboard ist dank Zapata inzwischen eine Sportart, die weltweit praktiziert wird.

Die Neuentwicklung des Flyboards mit Düsenantrieb, mit dem Zapata über den Ärmelkanal flog, ist allerdings eine andere Dimension und wäre ohne die Entwicklung von Drohnen wohl kaum denkbar. Die Erfahrungen, die man bei Drohnen im Schwebeflug gemacht hat und die entsprechenden digitalen Regulationsmöglichkeiten, machten eine weitgehend sichere Steuerung einer solchen Zusammenstellung von 4-5 Düsentriebwerken überhaupt erst möglich.

Zapata ist mit seinem Team eindeutig der Pionier und flog mit seinem neu entwickelten und ständig verbesserten Modell schon auf verschiedenen Sportveranstaltungen und zuletzt, gut dokumentiert, am französischen Nationalfeiertag direkt vor der Präsidenten-Tribüne. In der linken Hand trug er ein Gewehr.

Die militärische Nutzung dieser Technologie ist vorgesehen. Das bestätigt nicht nur die kleine Vorführung auf den Champs-Elyseé am 14.7.2019 und das wohlwollende Nicken von Präsident Macron. Zapata selbst gibt an, dass die Weiterentwicklung für militärische Zwecke ansteht.

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Flyboard mit automatischer Waffe vor der Präsidenten-Tribüne am französischen Nationalfeiertag (Screenshot)

Ob der Extremsportler und Entwickler diese Nutzungsvariante geplant hat, dürfte allerdings bezweifelt werden. Eher könnte er sich notgedrungen auf das französische Militär eingelassen haben, da es erhebliche Differenzen wegen der Flugerlaubnis mit den französischen Behörden gab, die seit August 2017 vorläufig gelöst sind. Zapata erhielt ein eigenes Übungsgebiet in der Bouche du Rhone, wo er über Wasserflächen fliegen darf. Er hatte zuvor gedroht, Frankreich zu verlassen und möglicherweise eine Einladung der USA anzunehmen, sein Projekt dort fortzuführen.

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Die automatische Waffe, mit der Zapata geflogen ist, kurz vor seinem Abflug von der Startrampe (Screenshot)

Der Act mit dem Gewehr vor der Präsidententribüne verheißt allerdings nichts Gutes. Es dürfte nicht mehr lange dauern, bis auch Soldaten auf militärischen Flyboards ausgebildet werden und möglicherweise auch Sondereinheiten der Polizei. Die Nutzung über Land wird damit voraussichtlich für den Defense und Security-Bereich monopolisiert, während die private und sportliche Nutzung zukünftig wohl nur über Wasser erlaubt sein wird.

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Hoffentlich schwebt so einer nicht demnächst über einer Demonstration oder vor unserem Fenster (Screenshot)

Die Konsequenzen können massiv werden. Bemannte Drohnen im Schwebeflug tauchen plötzlich über Demonstrationen auf und werfen LBD-Granaten und Tränengas. Der Einschüchterungseffekt ist maximal! Polizisten und Soldaten landen ohne großen Aufwand auf Häuserdächern und stürmen Wohnungen mittels Flyboards.

Andersherum hätte vielleicht auch Julian Assange mit einem Flyboard aus der ecuadorianischen Botschaft in die russische Botschaft fliehen können, die in London fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen ist. Von dort hätte ihn sicher niemand an Großbritannien ausgeliefert.

Fazit:

Zapatas Flyboard ist mehr als ein Sportgerät. Es hat das Zeug zu einer disruptiven Technologie zu werden, die unser Sicherheitsgefühl massiv verändern kann, zum Negativen natürlich!