Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Als Heilsbringer einer angeschlagenen CDU kündigen die bürgerlichen Medien gerade einen Wirtschaftsliberalen aus der Ära Schröder an, den die Welt schon vergessen hatte.

Friedrich Merz.

Vergleichbar mit dem Kanzler, der das Land in den Zweitausendern gespalten hat, ist Merz ziemlich dick im Geschäft und hat lukrative Posten beim Investment-Riesen, Blackrock, der gleichzeitig die größte Schattenbank der Welt ist und bei der britischen HSBC-Bank, die für Geldwäsche und Steuerflucht ihrer Kunden seit Jahren ein offenes Ohr und jede Menge Tricks parat hat (z.B. CUMEX-Skandal).

Genau so einen Wirtschaftsliberalen braucht man jetzt in Deutschland? Er soll die Spaltung und das Elend der Union überwinden?

Man darf Zweifel haben.

Die Wähler, die bei der Hessenwahl in Massen zur AfD und zu den Grünen abgewandert sind, dürften keine enttäuschten Unternehmer sein, die sich mehr Deregulierung und Privatisierung wünschen. Bei der AfD kommt hinzu, dass man sich traditionell dorthin flüchtet, wenn man einen starken Rechtsstaat wünscht und nicht ein neoliberales Gerippe.

Die Frage ist also berechtigt, welche Wähler unter einer Führung des Wirtschaftsanwaltes Merz zur Union zurückkommen sollen?

Das Elend der neoliberalen Parteien besteht ja genau darin, dass sich vier Parteien eine Position teilen, die in der Gesellschaft nicht mehr mehrheitsfähig ist, den Neoliberalismus. Mit mehr Unternehmerfreundlichkeit, mehr Investitionen aus China, USA und den Schwellenländern, dürfte noch mehr Ungerechtigkeit an den Arbeitsmärkten einziehen. Ein noch höheres Maß an Ausbeutung der unteren vierzig Prozent der Gesellschaft dürfte die Menschen noch weiter auseinandertreiben.

Also, wofür ist Merz das Rezept?

Es verhält sich also auch mit dieser Personalie genauso, wie mit der Vorherigen und der Heilsbringer, dürfte sich ebenso nach kurzer Zeit selbst erledigt haben, wie wir es jetzt bei Macron in Frankreich beobachten können.

Von oben kommen immer die gleichen Rezepte (mehr Konkurrenz auf den Arbeitsmärkten, weniger Gewerkschaftsmacht, weniger Arbeitnehmerrechte, mehr soziale Ausgrenzung am unteren Ende der Gesellschaft, die sich dann auch auf die Flüchtlingspolitik auswirkt) und von unten kommt immer die gleiche Antwort:

Nein!

Friedrich Merz ist ein Rezept für nichts. Unter ihm wird die Union sich um keinen Punkt verbessern, wird die Entfremdung zu den eigenen Wählern nicht abnehmen.

Eine Nullnummer.