Assange Anklage

Auszug aus dem fehlerhaften PDF des East Virginia District Court

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Die New York Times berichtete am Freitag den 16.11. 2018 über eine, versehentlich veröffentlichte, Verschlusssache des Distrikt-Gerichtes von East Virginia, in der es um die, bereits bestehende Anklage gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange geht.

Dort heißt es in der Begründung der Geheimhaltung der Anklage unter anderem:

„Assange has been charged.“

Noch deutlicher wird das Dokument einige Zeilen später:

„The complaint, supporting affidavit, and arrest warrant, as well as this motion and the proposed order, would need to remain sealed until Assange is arrested in connection with the charges in the criminal complaint and can therefore no longer evade or avoid arrest and extradition in this matter.”

Die Anklage soll so lange versiegelt bleiben, bis Assange inhaftiert ist und sich gegen eine Auslieferung nicht mehr wehren kann.

Klare Aussagen, die da irrtümlich an die Öffentlichkeit gekommen sind. Vermutlich handelt es sich bei diesem Leck nicht um Whistleblowing, sondern, laut NYT, um einen nachlässigen, jungen Staatsanwalt-Assistenten, der gleichzeitig zu einem anderen Fall dessen Versiegelung nachträglich veröffentlicht wurde, das Dokument über Assange in den Kopierspeicher geladen hat und es dadurch zu einer Melange zweier verschiedener Fälle kam.

Wie das praktisch möglich ist und ob der Staatsanwalt-Assistent, Kellen S. Dwyer, den Einfügevorgang in das Dokument tatsächlich manuell vornahm ist noch nicht geklärt. Die Sache ist peinlich und die öffentlichen Stellungnahmen des Distrikt-Gerichtes sind spärlich.

Fakt ist, dass hierdurch der Öffentlichkeit bewiesen wurde, dass gegen Assange eine geheime Anklage vorliegt, die auch so lange geheim gehalten werden soll, bis Assange tatsächlich an die USA ausgeliefert worden ist.