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Wird die WHO zur neuen Weltregierung? Sicher nicht, aber sie zeigt schon Methoden der globalen, institutionellen Hegemonie auf, die nicht ganz harmlos sind.

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Es ist schon erstaunlich. Wir haben in China eine verschärfte Grippe, die von einem Virus verursacht wird, den wir zwar noch nicht kannten, aber dessen Familie an jeder Grippewelle teilnahm. Corona-Viren sind unsere Begleiter bei Grippewellen in den letzten Jahrzehnten gewesen und immer gab es neue Varianten. Niemand hat sich über Gebühr darüber aufgeregt.

Bei jeder Grippewelle starben Menschen, wobei es ziemlich aggressive Epidemien gab mit mehreren tausend Toten allein in Europa. Ohne Zweifel gehört der Virus Covid-19 zu den aggressiven Varianten.

Was aber nun geschieht, ist ein Bruch mit bisherigen Traditionen, Grippewellen durchs Land ziehen zu lassen und sie nicht zur „Pest“ zu erklären. Nach dem Motto: Sie kommen und gehen.

Maßgeblichen Anteil daran haben mehrere so genannte Shaping-Actors und Shaping Factors. Personen und Umstände also, die die derzeitige weltweite Corona-Hysterie anfeuern.

Die WHO und ihr Generaldirektor

Als erstes ist die WHO mit ihrem Director, Tedros Adhanom Ghebreyesus, ein Biologe und Immunologe aus Äthiopien, zu nennen. Er besteht auf der internationalen Einhaltung von Seuchenplänen die für schwere Epidemien gedacht sind, auch in Hinsicht auf die derzeitige Corona-Epidemie.

In einer aktuellen Ansprache greift er viele Länder an, die die Seuchenpläne nicht ernst genug nähmen und behauptet, man könne die Epidemie zurückdrängen. Dafür sei eine konzertierte Zusammenarbeit aller Regierungen erforderlich.

Dabei bedient sich Ghebreyesus konsequent der Medien und gibt Pressekonferenzen, in denen er die Medienvertreter für ihre vitale Rolle bei der Kampagne gegen Covid -19 immer wieder lobt. Diese greifen das dankbar auf und halten das Thema auf den Titelseiten.

Trotz schlechter Erfolge bei der Bekämpfung der viel schlimmeren Ebola Epidemie in Afrika, glaubt Ghebreyesus, dass er das angeschlagene Image der WHO mit einer globalen Seuchenkampagne wieder aufmöbeln kann und die Funktionsfähigkeit des WHO-Systems unter Beweis stellen kann.

Was er verschweigt, obwohl er es weiß, ist, dass die Durchseuchung der Weltbevölkerung mit dieser Corona-Variante in jedem Falle stattfinden wird, im Prinzip nicht aufzuhalten ist und lediglich durch rigide Seuchenpläne etwas abzubremsen ist. Darunter leidet aber die Gesundheitsversorgung der Weltbevölkerung, die ihre begrenzten Ressourcen nun weniger für andere, weit schlimmere Erkrankungen einsetzen kann. Darunter leidet auch die Wirtschaft und darunter leidet die Demokratie und Freizügigkeit in den Ländern.

Ein totalitärer Staat machte den Anfang

Das totalitäre China machte den Anfang bei der konsequenten Umsetzung von Seuchen-Plänen und stellte ganze Millionen-Metropolen unter Quarantäne. Eine schöne Übung für die Bekämpfung von Revolten und politischen Unruhen in der chinesischen Bevölkerung. Nach dem Motto: Wir sperrt man ein paar Millionen Menschen ein?

Gegen Covid-19 hat das natürlich nichts gebracht. Man kann, aus medizinischer Sicht, nicht ein paar Millionen Menschen unter Quarantäne stellen. Das funktioniert vielleicht bei ein paar hundert Menschen, aber auch da führt es nur zu einer Verlangsamung der Durchseuchung, wie wir jetzt in Europa sehen. Die Infektionsketten reißen an einer Stelle ab und setzten sich an anderen Stellen wieder fort.

Die WHO unter ihrer derzeitigen Führung wird aber nicht müde, die chinesische Regierung über den Klee zu loben, was wohl eher auf den wachsenden Einfluss Chinas bei der WHO, als auf Augenmaß und Effektivität bei der Corona-Bekämpfung zurückzuführen ist. Das chinesische Politbüro verkündet derweil, es habe die Welt gerettet und der Präsident der WHO lobt die exzellente Leistung desselben.

Das macht misstrauisch.

Seit das Virus in Europa angekommen ist, sprechen nun auch viele Mediziner von einer politischen Seuche, weil vor allem die Politik auf die drastischen Seuchenpläne aufgesprungen ist und damit die Folgen der Epidemie ins Drastische verschieben.

Vorbild ist, wie gesagt, ein totalitärer Staat wie China, der trotz rigoroser Maßnahmen die Epidemie natürlich nicht aufhalten konnte, aber autoritäre Handlungsfähigkeit demonstriert.

In China gibt es keine öffentlichen Diskussionen über die Sinnhaftigkeit der Maßnahmen, genauso wenig wie im Iran, wo die WHO derzeit in enger Kooperation mit dem Mullah-Regime, ähnliche Maßnahmen ergreift, wie das chinesische Politbüro.

Mediale Hysterie

Ähnliche Auswirkungen wie ein autoritäres Regime haben hysterische Medien, die in das gleiche Horn blasen und jeden einzelnen Infektionsfall durch die Presse ziehen. Das verängstigt die Bevölkerung, die zu Hamsterkäufen aufbricht. In einigen Städten in Deutschland, aber vor allem in Italien erlahmt das öffentliche Leben auch dann, wenn keine Quarantäne-Maßnahmen mehr oder noch nicht verhängt sind.

Die mediale Hysterie zeigt ähnlich totalitär wirkende Effekte, wie eine rigorose autoritäre Politik. Das sollte zu denken geben. Beide Situationen sind zur Wahrheitsfindung nicht geeignet.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der globale Machterwerb der WHO zwar groß ist, aber noch nicht so groß, dass die Organisation in den Ländern durchgreifen kann. Sie versucht ihr Glück daher in Kampagnen bei denen die Medien die entscheidende Rolle spielen, aber auch die infektiologischen Institute auf nationaler Ebene, die sehr wohl von der WHO abhängen. Das Robert-Koch-Institut in Deutschland ist ein Beispiel eines solchen WHO-hörigen Institutes, das die Kampagne voll mitmacht und sehr erpicht darauf ist, seine Seuchenpläne auszuprobieren. Eine Mischung aus institutionellem Eigeninteresse und Getriebenheit durch die hysterischen Medien, die aber von der Mehrheit der Ärzteschafft mit Kopfschütteln quittiert wird.

Eskalation mit Ansage

An vielen Stellen in Deutschland wird jetzt überreagiert. Auch wenn es tatsächlich so ist, dass ein gewisser Prozentsatz der Patienten mit Atmungsproblemen intensivpflichtig wird,  stehen Kapazitäten ausreichend zur Verfügung. Was aber nicht geht, ist dass Patienten mit fieberhaften, respiratorischen Infektionen (als schlimmstes ist wohl die Pneumonie zu werten) in telefonische Warteschleifen geschickt werden und davon abgehalten werden sollen, die Notaufnahmen der Kliniken aufzusuchen. Dieser scheinbare Schutz der Kliniken vor den Corona-Patienten trägt totalitäre Züge und gefährdet die eigentlich gute Krankenversorgung.

Einzelne führende Kliniken in Deutschland setzen die Seuchenpläne schon teilweise aus (Charité in Berlin), weil sie nicht mit einer funktionierenden Gesundheitsversorgung der Bevölkerung kompatibel sind.

Die Zahl der Infizierten wird steigen, sie wird auch exponentiell steigen. Der Versuch das Aufzuhalten führt aber eher zu einer Behinderung einer reibungslosen Gesundheitsversorgung, wie China am Beispiel der Stadt Wuhan bereits vorgeführt hat. Dort gab es nach Abriegelung der Metropole die höchsten weltweiten Todesraten der Corona-Epidemie. Die Krankenhäuser in diesem “Hexenkessel” waren nämlich hoffnungslos überlastet und es gab für die Menschen keine Ausweichmöglichkeiten.

Im Umland von Wuhan sanken die Todesraten bei der Erkrankung auf unter 1%. Hier wurde eine fragwürdige und menschenverachtende Seuchenpolitik betrieben, die wir in Europa nicht nachmachen sollten.

Während der Hysteriephase wird es aber auch bei uns keinen echten öffentlichen Diskurs geben, da zu viele Treiber und zu viele Getriebene das öffentliche Bewusstsein in den Staub einer allgemeinen Stampide gehüllt hat.

Eine rein epidemiologische Sichtweise, wie sie auch die WHO einnimmt, kann also nicht die Antwort auf seine solche Erkrankungswelle sein. Sie verusrsacht Panik und bietet Lösungen an, die für die Krankenversorgung fragwürdig sind.

Wenn das öffentliche Interesse nachlässt, ist auch die Epidemie beendet, obwohl sie epidemiologisch natürlich weiter läuft. Dann gibt es auch keine Diskussion mehr, weil sich niemand mehr dafür interessiert und alle von dem Thema satt sind.

Die Auswirkungen einer medialen, institutionellen und politischen Hysterie sind also fast dieselben, wie der Seuchenplan in einer politischen Diktatur.

Beides sind Massenphänomene, die einen von oben initiiert, die anderen von der Zivilgesellschaft in Zusammenarbeit mit den Medien erzeugt und politisch flankiert. In beiden Situationen geht es um Macht und Manipulation. Sinnvoll sind diese Bekämpfungsmaßnahmen nämlich nicht. Am Ende aber hat die WHO wieder ein Stück politische Hegemonie gewonnen, vielleicht das Stück, dass sie bei der Ebola-Epidemie in Afrika, wo sie versagt hat, gerade verloren hat.

Politische Seitenfelder und Wirtschaftskrise

Wie immer gibt es in solchen Ausnahmesituationen auch politische Seitenfelder, die die Krise beeinflussen und von ihr beeinflusst werden und es gibt die Wirtschaft, die durch die Krise nicht nur in Mitleidenschaft gezogen wird, sondern auch profitiert. Die Chaos-Doktrin des Kapitalismus (Naomi Klein) beschreibt solche Mechanismen.

Ein politisches Seitenfeld ist sicher die Migrationskrise, die derzeit einmal mehr von der türkischen Regierung heraufbeschworen wird. Erfolg und Misserfolg der Taktik Erdogans die EU in die Knie zu zwingen und sie zu veranlassen, sich in seinem Syrien-Krieg zu engagieren, hängt auch von der Corona-Epidemie ab. Es wird vermutlich nicht lange dauern, bis bei den eingeschlossenen Flüchtlingen im türkisch-griechischen Grenzgebiet die ersten Corona-Verdachtsfälle gesichtet werden. Dann wird aus dem politischen Belagerungszustand ein Gesundheitsproblem. Viele EU-Politiker deuten schon jetzt an, dass die Grenzöffnung auch wegen der Corona-Epidemie nicht zu vertreten ist. Genau das, kann die Waffe der EU gegen Erdogan werden.

Die EU könnte also dank der forcierten Seuchen-Hysterie in einigen Mitgliedsländern den Machtkampf gegen Erdogan gewinnen. Merkel kann vielleicht aufatmen. Die Entwicklung sollte weiter beobachtet werden.

 

Die Strategie vieler Unternehmen, in denen Mitarbeiter positiv auf Corona getestet wurden, den Betrieb einzustellen, wirkt auf den ersten Blick selbstschädigend. Produktionsausfälle sind teuer. Dennoch ist die derzeitige wirtschaftliche Situation der entscheidende Faktor, ob die Strategie aufgeht. Denn eine Verknappung von nachgefragten Gütern führt in der Regel zu Preissteigerung und viele Unternehmen können die Ausfälle hinterher durch Preisanpassungen wieder reinholen.

Übersprungshandlungen in der Bevölkerung führen gleichzeitig zur Umsatzsteigerung im Einzelhandel. Nicht nur Lebensmittel werden vermehrt nachgefragt, sondern ganz generell wird mehr gekauft, weil die Befürchtung einer längeren Quarantäne den Versuch einer vorzeitigen Bedürfnisbefriedigung befeuert.

Nicht zuletzt können auch neue Unternehmen in den Markt drängen, weil die vorhandenen Marktführer zunehmend Lücken lassen. Die boomende Gesundheitsbranche wird daneben einen erklecklichen Umsatzzuwachs und Innovationsschub begrüßen dürfen.

Wirtschaftsinstitute analysieren die Folgen der Epidemie und man darf auf ihre Ergebnisse gespannt sein.

Medien übernehmen zunehmend die Rolle des globalen Bewusstseins und sind zugleich anfällig gegenüber Manipulationen

Unterm Strich ist festzustellen, dass es sich bei Corona um eine Medienseuche handelt, weil sie vor allem durch die Medien viral wird. Eine ebenso tödliche Grippeepidemie hätte ohne mediale Hysterie keine annähernd vergleichbare Wirkung erzielt.

Die Medien sind dabei von ihrem kritischen Niveau weltweit so sehr entfernt, wie das Propagandaministerium eines totalitären Staates von der Demokratie. Die Pressefreiheit wird in solchen Situationen des Konvergenz-Zwanges komplett ausgehebelt.

Wir müssen uns vor solchen globalen Mechanismen schützen, auch vor den unkritischen Medien, die als Akteure solcher Manipulationen auftreten. Der beste Schutz sind immer noch funktionierende und demokratisch organisierte Nationalstaaten, die einer Medien-Epidemie noch faktische Grenzen entgegensetzen können.

Covid-19 verursacht Atemwegsinfektionen, die in vielen Fällen ernster verlaufen, als bei einer Influenza-Infektion. Nach aktuellen Zahlen benötigen 15% der schwerer Erkrankten Sauerstoff und teilweise auch eine intensivmedizinische Behandlung. Das ist eindeutig mehr, als bei Influenza-Infektionen.  Dafür ist die Geschwindigkeit der Ausbreitung durch höhere Inkubationszeiten verlangsamt und die absolute Zahl der Fälle im Vergleich zu Influenza-Epidemien geringer. Die Ansteckung findet in der Regel erst nach Manifestation von klinischen Symptomen statt. Es handelt sich also um eine Erkrankung, die für den Einzelnen durchaus lebensbedrohlich werden kann, in der Mehrheit der Fälle aber nur leichte bis mäßige Symptome verursacht. Gefährdet sind, wie bei der Grippe, vor allem ältere Menschen mit geschwächtem Imunsystem und entsprechenden Vorerkrankungen.