Sönke Frankfurt

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

„Pöbeleien, Hass und Diskreditierung haben in unserer Demokratie nichts verloren“, schreibt Campact, die internetbasierte Petitionsplattform, bei ihrem Aufruf zur Demo gegen die AfD im Berliner Regierungsviertel.

Die Sache war gut organisiert und über zehntausend Leute kamen zu der Veranstaltung, zu der auch der Gewerkschaftsbund aufgerufen hatte und die eigentlich die Idee der NGO AVAAZ war. In einer ganzseitigen Anzeige warb daher AVAAZ für die Demo im Tagesspiegel und wurde somit als Mitveranstalter wahrgenommen.

Die Leute nahmen brav die sauber gedruckten Transparente mit und hielten sie vor dem Reichstag in die Höhe: „Mein Herz schlägt für Vielfalt“ und „Meine Stimme gegen Hetze“ war da zu lesen.

Demo

AVVAZ, eine Aktionsplattform mit ganzen 52 Mitgliedern, die eigentlich von Res Publika, Move-On und der Open-Society Foundation (alles Organisationen von George Soros) gegründet wurde, hatte zuvor mit einem Brief gegen die AfD 500 000 Unterschriften unter dem Motto: „Wir stehen auf gegen Euren Rassismus“ gesammelt.

Ob die Art der Darstellung der AfD, die in dem Facebook-Auftritt von AVAAZ und auf der Internetseite der Organisation rüber kommt, angemessen ist, soll jeder selbst beurteilen.  Einigen Kommentatoren fiel auf, dass die Organisation selbst mit „Pöbeleien, Hass und Diskreditierung“ gegen die AfD arbeitet (Screenshot). Bei Campact finden sich solche Auswüchse allerdings nicht.

Avaaz Facebook

Ich habe in der S-Bahn nach der Demonstration eine ganze Menge Schüler gesehen, die teilweise nicht älter als zwölf Jahre alt waren und ihre hübschen, bunten Plakate als Souvenirs mit nachhause genommen haben. Hauptsächlich unterhielten sie sich über Schulnoten und Stress mit Lehrern und sahen die ganze Aktion heute eher als Event, wo man mal wieder mit Leuten eigenen Alters zusammenkam.

Die Unterschriften auf der Seite von AVAAZ haben mir zu denken gegeben. Das hatten Leute mit wilden Avataren unterschrieben und als Heimatland, Afghanistan, Irak oder Somalia angegeben. Mir schien das nicht seriös und ich habe daher einmal den Selbstversuch gemacht.

Meine Email-Adresse zum Unterschreiben lautete dabei: pillepalle@gmail.com. Mein Name war Pille Palle und ich kam aus Angola. Meine Unterschrift wurde gezählt und ich war als Pille stolzes Mitglied der Community der Unterzeichner. Da waren, glaube ich, ein paar Leute ziemlich fleißig.

Avaaz

Ob das noch Ausübung von Demokratie ist oder ob es sich hier nicht um pure Kampagnen handelt, auf die vor allem junge, gutwillige Menschen hereinfallen, sei dahin gestellt. Ein Aktionismus a la AVAAZ tut unserer Demokratie sicherlich nicht besonders gut. AVAAZ hat eine wesentliche Rolle in der Eskalation des arabischen Frühlings gespielt und war ein Agent Provocateur für den Bürgerkrieg in Syrien. Hauptsächlich konnte diese Internet-Organisation dabei auf Leute aus anderen Ländern zählen, welche die Revolution in Syrien befeuerten und dabei selbst nicht das Geringste riskierten. Am Ende sind eine halbe Million Opfer zu beklagen.

Man sollte sich überlegen, ob man solchen Organisationen, die vor allem die Interessen einer Globalisierungselite vertreten, tatsächlich hinterher läuft.