Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Angriffe auf iranische Stützpunkte in Syrien durch die israelische Luftwaffe werden häufiger und intensiver

Nach dem schweren Raketenangriff auf einen syrisch-iranischen Militärstützpunkt bei Homs hat Benjamin Netanjahu heute gegen 20.00 Ortszeit eine Erklärung ins Netz gestellt, in der Israel zwar nicht die Verantwortung für die nächtlichen Angriffe übernimmt, aber den Atom-Deal mit dem Iran als „auf Lügen basierend“ darstellt.

Der israelische Geheimdienst (Mossad) habe inzwischen hunderttausend Dokumente gesammelt, die beweisen, dass der Iran sein Atomprogramm weiterhin mit dem Zweck betreibt, eigene Atomwaffen zu entwickeln. Die Argumente die Netanjahu anführt, wirken ausgesprochen überzeugend (siehe Video). Die Erklärung kommt zu einem Zeitpunkt an dem der Iran über 80 0000 schiitische Milizen in Syrien und über 19 Militärstützpunkte, teilweise nahe der israelischen Grenze, verfügen soll.

Das erklärte Ziel der iranischen Führung, ist seit Jahrzehnten die Vernichtung Israels.

Hierzu passt, dass die iranischen Milizen, auch die Revolutionsgarden, die heute Nacht angegriffen wurden, zunehmend einen verdeckten Krieg gegen Israel führen, während sie Syrien offiziell gegen die islamistischen Rebellen helfen. Hinweise sind der Versuch, ein Raketenabwehrsystem an der israelisch-syrischen Grenze zu installieren, der durch israelische Luftangriffe vereitelt wurde und der Vorfall mit einer militärischen Drohne des Irans, die über Israel abgeschossen wurde.

Der Zeitpunkt der Erklärung Netanjahus und des bisher nicht eingestandenen schweren Luftangriffes passt dabei zur aktuell ausstehenden Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, sich aus dem Atomvertrag mit dem Iran zurückzuziehen.

Das wäre im Sinne der israelischen Regierung, die diesem Vertrag ganz offiziell keinen Glauben schenkt.