Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Wenn Washington und Moskau eine Lösung der Ukraine-Krise haben wollen, könnten sie diese relativ einfach vereinbaren.

Als der neu gewählte Präsident, Donald Trump, vor einer Woche Russland mehr oder weniger direkt aufforderte, die Krim zurückzugeben, waren in Washington viele Russland-Gegner zufrieden. Eine Lösung des Konfliktes um die Integrität der Ukraine scheint nun erst recht nicht in Sicht.

Ganz anders wäre es, wenn Donald Trump die Krim thematisiert, um eine Verhandlungsposition im Ukraine-Konflikt zu haben, von der aus die Sanktionen gegen Russland aufgehoben werden könnten.

Das geht so.

Minsk II ist gescheitert. Weder Kiew noch die Chefs der Theater-Republiken im Osten wollen die Umsetzung des Abkommens, beide fürchten einen Machtverlust.

Wie wäre es stattdessen mit Syrien-II?

Das Szenario, das verhandelt werden könnte, würde darin bestehen, dass die westliche Völkergemeinschaft unter Führung Amerikas die freiwillige Abspaltung der Krim von der Ukraine akzeptiert und die Rückkehr in die russische Föderation als legitimen Akt der Selbstbestimmung anerkennt.

Die Führung in Kiew stellt ihre Zustimmung zu diesem westlichen Positionswechsel zunächst nur in Aussicht.

Bedingung der Anerkennung auch durch Kiew und damit letztlich der Aufhebung aller Sanktionen gegen Russland und russische Bürger, ist folgende:

Russland erklärt sich bereit, den Donbass zu säubern und an Kiew zurückzugeben. Mit Säubern ist dabei tatsächlich säubern gemeint. In Donezk und Lugansk werden die herrschenden Separatisten entweder freiwillig oder mit Waffengewalt entmachtet und außer Landes gebracht. Die russische Armee erhält dafür nicht nur die Erlaubnis, sondern geradezu die Bitte Kiews, im Donbass einzurücken, um die Theater-Republiken effektiv aufzulösen.

Der Donbass wird danach offiziell an Kiew zurückgegeben. Die Krim wird offiziell an Russland abgetreten und jeder hat am Ende einen Preis bezahlt und eine Belohnung erhalten.

Sanktionen sind nicht mehr nötig und der Stolperstein in der Beziehung zwischen Russland und dem Westen ist beseitigt.

Könnte Trumps State-Departement eine solche Strategie verfolgen?

Zu hoffen wäre das!