Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

„Auf die Idee, dass man Söhne so erziehen könnte, dass sie Frauen besser behandeln, sind die Frauen um Madame Deneuve gar nicht erst gekommen.“

Dieser Kommentarausschnitt von Barbara Kostolnik (Paris) aus den Tagesthemen trägt die Zwiespältigkeit der „MeeToo“-Diskussion fast schon beispielhaft in sich.

Männer, die sexuell belästigen, und auch solche, die es nicht tun, haben nämlich in aller Regel Mütter!

Da die Psychoanalyse heute nicht mehr so en vogue ist, wie vor dreißig Jahren, verblassen die vielen analytischen Erkenntnisse über manipulative Mütter, die manipulative Macht von Müttern schlechthin, in der Öffentlichkeit. Vieles davon erscheint übertrieben, manches, wie die schizophrenogene Mutter, wurde inzwischen auch klar widerlegt. Es bleibt aber genug Pathogenes in der Mutter-Kind-Beziehung aus dem großen psychologischen Feld der Selbstentwicklung und der emotionalen Abhängigkeiten, was dem Fehlverhalten von Müttern zuzuschreiben ist.

Man muss sich daran nicht aufhängen, aber man muss feststellen, dass emotionaler Missbrauch und sexueller Missbrauch zwei Seiten derselben Medaille sind.

Außer nach den großen Kriegen gab es wohl nie eine Zeit, in der so viele Söhne von alleinerziehenden Müttern großgezogen wurden, wie heute. Das gilt ganz besonders für die Branchen, in denen die „MeeToo“-Debatte ihren Ausgang genommen hat. Die Beziehungsstörungen zwischen Männern und Frauen scheinen dadurch nicht besser geworden zu sein.

Die emotionale Abhängigkeit von Männern gegenüber Frauen, ist gar nicht mal hauptsächlich in Deutschland, aber in den osteuropäischen Ländern bis nach Russland und auch in Frankreich, Spanien, Italien und den angelsächsischen Ländern eine feste Größe, im Mind-Set von Frauen!

Die Idee, dass Männer benutzt werden können, um Lebensziele zu erreichen, gehört eindeutig zu diesem weiblichen Mind-Set und wird von der Hypergamie (sich nach oben heiraten) über den Gynozentrismus (der Überzeugung, dass sich letztlich alles um die Frauen dreht) und einer deutlichen Tendenz zur weiblichen Hypoagency (geringere gesellschaftliche Neigung, Frauen als Verantwortliche darzustellen) zusätzlich bekräftigt.

Wohlgemerkt reden wir hier nicht von Opfern sexueller Gewalt, ein Thema das nicht bei Frauen, sondern bei Kindern anfängt (nicht selten unter Beteiligung von Frauen als Täterinnen), sondern wir reden von der allgemeinen Interdependenz von weiblichen und männlichen Rollen, die aber keine Schauspielrollen sind, sondern in aller Regel verinnerlicht!

Die Tatsache, dass vor allem weibliche Attraktivität in vielen Branchen ein Karrierefaktor ist, gehört eindeutig zum weiblichen Mindset und wird spätestens ab der Pubertät bestimmend für das weibliche Verhalten. Das gilt übrigens nicht nur für die Glamour-Industrie, die sich ganz überwiegend an Frauen richtet und in erster Linie mit sexistischer Werbung bei Frauen große Erfolge erzielt, sondern für die meisten anderen Branchen ebenfalls.

Sogar in der Politik und in der Medienlandschaft fällt auf, dass die weiblichen Shootingstars jung und attraktiv sind und meist über einen ausgesprochen „potenten“ (machtvollen) männlichen Partner verfügen. Selbst Hilary Clinton, die zurzeit als Märtyrerin der Frauenbewegung auftritt, kam über diese Konstellation in Amt und Würden. Von Evita Peron bis zu Doris Schröder-Kröpf ließe sich diese Aufzählung zwanglos fortsetzen. Bei den Medien reicht der Verweis auf die mächtigen Frauen Friede Springer und Liz Mohn, die zusammen die deutsche Medienlandschaft kontrollieren. Beide kamen über ihre Männer an die Macht!

Als Konsumentinnen lassen sich Frauen besonders gut über sexistische Werbung ansprechen, was nur nicht offen zugegeben wird. Niemand will sich bei diesen machtvollen Kundinnen unbeliebt machen. Also gibt es Verweise auf die ästhetischen Ansprüche von Frauen, wo Brüste, Po und Beine auf jeden Fall die entscheidende Rolle spielen und deshalb auch möglichst erotisch-attraktiv gezeigt werden müssen, damit Frauen darauf anspringen!

Frauen sind häufig sehr ehrgeizig (schon Mädchen sind die besseren und strebsameren Schülerinnen) und sie kalkulieren ihre reizvolle Wirkung auf Männer auf ihrem Weg nach oben überwertig mit ein.

Wer das nicht erkennt, ist blind. Man braucht nur auf die Straße zu gehen, um zu sehen, wie diese Bündel von weilblichen Primär- und Sekundärreizen ihre sexuelle Anziehung mehr oder weniger gekonnt zur Schau stellen und auch ausprobieren. Das ist in jedem Falle der Anfang von sexueller Belästigung und geht eindeutig von den Frauen aus.

Das hat auch nichts mit Emanzipation, sondern viel mehr mit Manipulation zu tun. In den siebziger Jahren, als es noch wirklich um Emanzipation ging, trugen die Frauen Unisex. Bundeswehrparka und Jeans, genau wie die Männer. Damit verzichteten sie auf wesentliche weibliche Machtinstrumente, nur eben nicht lange. Ganz offensichtlich hat diese Form der Gleichberechtigung den Frauen nicht gefallen.

Irgendwann haben sie sich wieder darauf konzentriert, Männer zu dressieren. Die Hegemonie hat, zumindest im weiblichen Lager, nicht Alice Schwarzer bekommen, sondern Esther Villar (Der dressierte Mann).

Übrigens hat der Kapitalismus, den wir ja in den sechziger und siebziger Jahren nicht mehr haben wollten, die Frauen, als sexualisierende Konsumentinnen voll bestätigt. Absurderweise sind es vor allem die Alt-Linken Frauen, die die heutige Frau als Opfer männlicher Sexualisierung sehen. Die Frage ist nur, von wem die Sexualisierung ausgeht? Von den Männern sicher nicht, die bedienen in erster Linie weibliche Erwartungen (Gynozentrismus).

Wie auch immer. Wenn jemand die sozialistische Idee zu Fall gebracht hat, dann sind es die Frauen. Das kann man werten, wie man will.

Opfer aber sind die Frauen in toto keinesfalls! Es gibt weibliche Opfer, es gibt männliche Opfer und die meisten Opfer dieses Wahns sind ohnehin Kinder. Aber die unerträgliche Sexualisierung unseres Alltages, die noch nie so manipulativ daher gekommen ist, wie heute, geht eindeutig von den Frauen aus! Die Behauptung, sie würden einfach nur mitspielen, im bösen Spiel der Männer, ist der weiblichen Hypoagency, der weiblichen Verantwortungslosigkeit, geschuldet.

Die Sexualisierung, mit der wir es in der Wohlstandswelt zu tun haben, ist originär weiblich! Es gibt nur wenige Frauen, die bereit sind, von der Erziehung über den Konsum bis zur Karriere und der Familiengründung auf ihre sexualisierte Selbstdarstellung zu verzichten. Es ist ein verführerisches  Mittel, Männer in Abhängigkeit zu bringen und zu halten. Meist beschweren sich die Frauen auch erst dann, wenn die Beziehung zu dem manipulierten Mann gescheitert ist.

Dann heißt es (zumindest unter Freundinnen) „MeToo!“