tatvredächtigerntabellen

Tatverdächtigentabelle des BKA mit ziemlich eindeutiger Botschaft, was die Tötungsbereitschaft von Asylsuchenden angeht. Nicht erwähnt sind allerdings die Opfergruppen, die keinesfalls überwiegend Deutsche sind.

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Medienverhalten in Bezug auf Ausländerkriminalität wirkt politisch motiviert. Was steckt dahinter?

Der brutale Mord an einem Offenbacher Arzt, der von einem Somalier in seiner Praxis erstochen wurde, bekam eine ungewohnte Empörungsnote. Politiker und Medien regten sich nämlich nicht darüber auf, dass so etwas geschehen konnte. Die Empörung richtete sich gegen „Tagesschau und heute“, da beide Sendungen nicht über den Fall berichtet hatten.

Dabei korrigierte sich das ZDF-Nachrichtenmagazin recht schnell brachte einen Bericht über den Mord in Offenburg, während der Chefredakteur von ARD-Aktuell (also auch der Tagesschau) Kai Gniffke eine Rechtfertigung ohne Korrektur vorzog.

Diese Rechtfertigung hatte es dann allerdings in sich:

Gniffke argumentiert falsch mit Kriminalitätsstatistik

Hauptargument Gniffkes war nämlich, dass ein Mordfall dieser Art nur dann von öffentlichem Interesse wäre, wenn Asylbewerber tatsächlich überproportional an Tötungsdelikten beteiligt wären. Das wäre nicht der Fall.

Tatsächlich aber ist das der Fall!

Obwohl in 2017 Asylbewerber nur 2% der Wohnbevölkerung in Deutschland ausmachen, sind sie zu 15%  (exakt  379 Fälle in denen männliche Asylsuchende tatverdächtig sind, von 2389 männlichen Tatverdächtigen insgesamt) von der Polizei als Tatverdächtige für Tötungsdelikte (ganz überwiegend Totschlag) registriert. Geht es noch überproportionaler?

Die Zahlen sind beim BKA frei zugänglich und müssten Gniffke zum Zeitpunkt seines Rechtfertigungsversuches eigentlich bekannt gewesen sein.

Man muss also angesichts einer solchen,  unwahren Behauptung entweder an der Kompetenz der Tagesschau und ihres Leiters zweifeln oder an deren Seriosität.

Gniffke schob dann nach, dass man die überwiegend männlichen und jungen Asylbewerber nicht allgemein mit den Deutschen vergleichen dürfe, sondern auch Alter und Geschlecht berücksichtigen müsse. Das ist allerdings überhaupt nicht relevant, um das angeblich fehlende öffentliche Interesse an der Gefahr, die von Asylbewerbern ausgeht, zu begründen. Denn immerhin haben wir die Geschlechts- und Altersgruppe von Asylbewerbern in den letzten Jahren verstärkt in unser Land bekommen.

Die Grundbehauptung, Gniffkes,  allerdings, dass Asylbewerber nicht überproportional an Tötungsdelikten beteiligt sind, ist in jedem Falle eine bewusst vorgetragene Unwahrheit. So etwas nennt man auch Lüge.

Da es sich bei dieser gezielten „Nichtberichterstattung“ nicht um einen Einzelfall handelt (der Mord an einer Freiburger Studentin vor einigen Jahren) wurde ebenfalls unterschlagen) muss man sich fragen, ob die Tagesschau ihren Auftrag richtig definiert hat? Damals sagte Gniffke fast wortgleich gegenüber der Welt: „Sollte sich ergeben, dass die Gruppe der Flüchtlinge unter den Tatverdächtigen überproportional zur Gesamtbevölkerung vertreten ist, würden wir das selbstverständlich thematisieren“ Klar wird aus Gniffkes Äußerung, dass er tatsächlich die Gesamtbevölkerung meinte, also keinesfalls pauschale Vergleiche zwischen Zuwanderern und der übrigen Wohnbevölkerung als unseriös ablehnt.

Gniffke will solche Fälle einfach nicht berichten und das hat andere Gründe

Die Tagesschau ist kein Einzelfall. Sie schwimmt in der Welle eines linksliberalen Mainstreams, der kurz nach der Diskussion um den Fall in Offenburg zeitgleich und fast wortgleich (Spiegel, Zeit, Tagesspiegel usw.) titelt: „Opfer schwerer Straftaten von Zuwanderern sind oft Zuwanderer“

Lagebericht soll die Lage klären?

Der Grund dieser zeitgleichen Berichterstattung ist tatsächlich ungewöhnlich. Erstmals veröffentlicht das BKA einen Lagebericht für das erste Quartal des laufenden Jahres (2018) und wartet mit seinem Lagebericht nicht bis zum darauffolgenden Jahr ab (wie 2017). Entsprechend wirken die Aussagen dieses neuerlichen Lageberichtes vom 22.8.2018 auch irgendwie aus dem alten Lagebericht abgekupfert. Ganz offensichtlich brauchte man, genau zum heutigen Zeitpunkt, einen Bericht, der die Unruhe um Gewalttaten von Asylbewerbern entschärft.

So weit so gut.

Die Frage ist aber, warum die Medien sich einen Lagebericht des BKAs alle in derselben Weise vorknöpfen. Nachrangig erwähnt wird die Zunahme der Fallzahlen von Straftaten durch Asylbewerber im ersten Quartal 2018 gegenüber dem dritten Quartal 2017 (von 62000 auf 66200 Fälle, plus 6,8% bei einem Rückgang der Asylbewerberzahlen um hochgerechnet 27%), die als erste Kernaussage des Lageberichtes erscheint. Überbetont wird dabei unisono eine der letzten Aussagen des Berichtes, dass in der überwiegenden Zahl der Tötungsdelikte (auch Versuche), Zuwanderer sowohl Täter, als auch die Opfer sind.

Wie kann es sein, dass eine so breite Front von Medien, passend zur Diskussion um die Nichtberichterstattung der Tagesschau, ausgerechnet den vorletzten Punkt des ebenfalls schnell zusammengeschriebenen BKA-Papiers higlighted?

Das weckt Misstrauen. Denn es wirkt fast so, als wäre hier eine politisch-mediale Taskforce am Werk, die immer dann, wenn die Stimmung in der Bevölkerung gegen Zuwanderer kippt, medial gegensteuert. Die Tagesschau scheint hier Mitglied zu sein, ebenso wie die bekannten, hier erwähnten, linksliberalen Medien.

Gibt es eine politisch-mediale Taskforce?

Gibt es so eine Taskforce aus Medienvertretern und Politik, deren Aufgabe es ist, die Bevölkerung ruhig zu halten? Man müsste beim Bundespresseamt nachfragen, aber vermutlich gibt es eine solche manipulative Arbeitsgruppe nicht.

Was es aber gibt, sind Netzwerke die aus leitenden Journalisten und Politikern bestehen. Eines der augenscheinlichsten Beispiele ist der Regierungssprecher selbst. Seibert war einer der Stars bei heute im ZDF und ging dann 2010 als Regierungssprecher zu Merkel. Seine Beziehungen zu führenden Journalisten dürften ausgezeichnet sein. Der kurze Draht ist hier zu vermuten.

Tatsächlich gibt es solche kurzen Drähte bei so genannten Hinterzimmergesprächen und im darauf zwangsläufig folgenden direkten Kontakt zwischen Politikern und Journalisten. Alles schön hierarchisch gegliedert. Eine Übersicht gibt die Zeitschrift: Politik und Kommunikation, wobei die einzelnen informellen Hintergrundkreise eher harmlos verlaufen. Entscheidend sind die Kontakte zwischen Politikern und Journalisten, die sich daraus ergeben.

Keine Taskforce also, aber genug Kanäle über die Politiker, besonders Regierungspolitiker, Einfluss auf die Medien nehmen können.

Konrad Adenauer hat seine Teegespräche mit handverlesenen Journalisten einmal als das wichtigste Instrument des Regierens überhaupt bezeichnet.

Merkel und ihr Kanzleramtsminister dürften das nicht anders sehen und auch der ehemalige ZDF-Journalist Seibert macht diesen Eindruck:

Es geht nicht um objektive Berichterstattung, sondern darum die Bevölkerung „zu beruhigen“.

Gute Nacht allerseits.