Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro -Berlin

Jedes Mal wenn im Mittelmeer ein Flüchtlingsboot mit hunderten von Menschen versinkt, gibt es einen, der Europa für diese Toten verantwortlich macht. Der türkische Ministerpräsident Erdogan spielt dann den Moralapostel und verurteilt die angebliche europäische Untätigkeit angesichts der sich zuspitzenden Flüchtlingskrise.

Wenn man weiß, welche Rolle der türkische Präsident in der Flüchtlingskrise spielt, wie er die Türkei zunehmend zu einem Absprungland der Schleuserbanden werden ließ, dann wird einem schlecht. Etwa die Hälfte der einflussreichen Schleuserorganisationen, die Menschen in Massen im Meer ertrinken lassen, sind türkisch geführt. Die andere Hälfte sind Iraker, die vor allem einen islamistischen Hintergrund haben. Sie nutzen Tripolis in Libyen als Operationsbasis um Flüchtlinge in den  Tod zu schicken.

Tripolis ist in der Hand und zugleich der Regierungssitz der islamistischen Gegenregierung zur gemäßigten Libyschen Regierung, die nach Tobruk vertrieben wurde. Die Islamisten in Tripolis pflegen enge Kontakte zum Islamischen Staat, der Teile Libyens unter Kontrolle hat und dort Terrorcamps unterhält. Im Geburtsort Gaddafis verbreitet der IS Angst und Schrecken und hat erst kürzlich dort ein Blutbad angerichtet, auch unter Salafisten.

Die Regierung in Tripolis nun wird von zwei Staaten anerkannt, von Katar und von der Türkei! Die Türkei unternimmt also nicht nur nichts gegen die Schleusermafia im eigenen Land, obwohl klar ist, dass da vor allem türkische Staatsbürger am Massenmord verdienen. Die Türkei unter Erdogan hat nicht nur die strategische Position des Islamischen Staates in Syrien und Nordirak gestärkt, in dem sie den Terroristen freie Durchreise gewährt, teilweise sogar Krankenstationen für verletzte Gotteskrieger zur Verfügung stellt und tatenlos zusieht, wie unter jungen Türken immer mehr verrückte Gotteskrieger rekrutiert werden. Die Türkei unter Erdogan unterstützt das ganze korrupte Geflecht von Schleusermafia, Islamisten, Türken, Irakern und dem Islamischen Staat auch noch politisch durch die Anerkennung der Regierung in Tripolis, die an der Schleuserkriminalität oder sagen wir am Schleuser-Terrorismus sogar noch durch Korruption Geld verdient, dann aber auf Druck Europas vor allem Flüchtlinge festnimmt und keine Schleuser.

Zu allem Überfluss bombardiert der Nato-Staat Türkei vor allem kurdische Stellung im Nordirak und Syrien und stärkt damit indirekt den Islamischen Staat, dem Erdogan auf Druck Amerikas pro forma den Krieg erklärt hat, einen Krieg, den die Türkei aber nicht gegen sondern für den Islamischen Staat führt.

Unterm Strich kämpft die Türkei mit den barbarischen Methoden der Schleusermafia und dem Kampf für den Islamischen Staat und für die Islamisten in Tripolis gegen Europa.

Einen schlimmeren Feind hat Europa in der Türkei noch nie gehabt.wie heute mit Recep Erdogan, der sein Land langsam von der Demokratie weg führt in Richtung eines politischen Islams.

Man fragt sich allen Ernstes, was so ein Land noch in der Nato zu suchen hat?