Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Es ist mehr als ärgerlich. Die AfD lebt ausschließlich von den Fehlern der anderen Parteien.

Wir befinden uns im Jahr 2018 immer noch im Zentrum einer neuen Völkerwanderung und die Bürger, die sich gegen die islamische und afrikanische Migrationswelle wehren wollen, werden immer noch von den etablierten Parteien und Politikern und den Massenmedien als Rassisten gebrandmarkt.

Dies ist die einzige gesellschaftliche Tatsache, die der AFD einen ungebrochenen Zulauf aus der Bevölkerung beschwert. Alles andere wäre das Aus für die AfD.

Denn die Alternative für Deutschland hat keine Alternativen. Wirtschaftlich ist sie neoliberal ausgerichtet und in allen anderen Punkten hat die AfD ihr Programm aus dem gesamten politischen Spektrum der Mitte-Parteien abgeschrieben. Allein die Orientierung auf Abgrenzung und Deutschsein, in Postulation einer autochtonen deutschen Bevölkerung, verschafft der Partei diesen gewaltigen Wählerzulauf, welcher sie in fast alle Landesparlamente und als drittstärkste Fraktion in den Bundestag gespült hat.

Wer denkt, dass die AfD für zukünftige Migrationswellen bessere Rezepte hat, als die Union oder auch die SPD, irrt sich. Allein die Schließung der deutschen Grenzen (die man nicht schließen kann) und die Einrichtung von Internierungslagern, die an die Ankerzentren der Union erinnern, sollen das Problem richten. Faktisch aber wird hier gar nichts gerichtet Es würden einfach nur neue Probleme geschaffen, die wir aus griechischen Lagern zur Genüge kennen: Schlechte Bedingungen, Lagerkoller, Aufstände und illegale Ausbrüche sowie eine Verstärkung der so genannten Sekundärmigration. Dabei haben die Griechen Inseln, auf denen sie Migranten festhalten können – wir aber nicht.

Die Frage, wie man sich gegen eine Völkerwanderung wehrt, ist unbeantwortet

In einem aber hat die AfD recht Unser Konzept, den sozialen Frieden aufrecht zu erhalten, indem man den Bedürftigen Geld in den Hintern steckt, funktioniert in der Migrationskrise bestenfalls als Anreiz, dass noch mehr Leute kommen.

Es ist vollkommen hirnrissig, einerseits eine Abschottungspolitik zu machen und andererseits denen, die sich über alles hinwegsetzten konnten und es trickreich nach Deutschland geschafft haben, mit unserem sozialen Füllhorn zu winken.

Deutschland wird dadurch nicht zu Land der unbegrenzten Möglichkeiten, sondern zum Schlaraffenland für Sozialhilfeempfänger. Das Sachleistungsprinzip ist die einzige Antwort auf den massiven finanziellen Anreiz der Sekundärmigration.

Der Diskurs wird sabotiert

Ein offener Diskurs über die Möglichkeiten, uns weitere Migrationswellen vom Hals zu halten. Die Definition, wie hoch ein tolerabler Ausländeranteil für die deutsche Gesellschaft sein kann und die schonungslose Diskussion darüber, wie wir uns diejenigen vom Leib halten, die wir in der Quantität und in der Qualität nicht in Deutschland haben wollen, wird von den Parteien und der sogenannten kritischen Öffentlichkeit (Medien) immer noch sabotiert.

Allein diese Sabotage einer ehrlichen gesellschaftlichen Diskussion gab der AfD die Chance, sich als Alternative zu präsentieren und verfestigt weiterhin die Feindschaft zwischen breiten Bevölkerungsteilen (auch in der Mitte der Gesellschaft), die unser Land spaltet.

Der Ausgang dieser destruktiven Verweigerung über Realitäten zu sprechen, die offensichtlich sind, ist noch offen.

Eine gesellschaftliche Versöhnung wird dabei immer unwahrscheinlicher Unter diesem ideologischen Grabenkrieg leiden vor allem auch die Menschen, die seit Jahrzehnten mit ausländischen Wurzeln bei uns leben und nicht mehr wissen, ob sie sich mit Deutschland identifizieren können oder aber in absehbarer Zeit mit „Ausländer raus“-Parolen konfrontiert werden.

Die Verweigerung des gesellschaftlichen Diskurses ist in diesem Sinne hochgradig gefährlich. Die Inflation der Rassismus-Vorwürfe muss insbesondere von verantwortungsvollen Medien und Politikern eingedämmt werden.

Dann wird auch bei der AfD bald die Luft rausgehen.