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Nacht in Paris. Das Bataclan am Abend des Attentats im November 2015

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Interview mit dem Sänger der Gruppe “Eagles of Death Metal”, Jesse Hughes, der die These aufstellt: “Political Correctnes Kills”

Die Anschläge von Paris im letzten November sind nicht wirklich aufgearbeitet worden, wenn man die Verarbeitung als ehrliche öffentliche Diskussion versteht. Eine solche Diskussion wäre erforderlich gewesen, um zu verstehen, warum die Attentäter in Paris ein so leichtes Spiel gehabt haben, als sie 129 Menschen erschossen, ehe sie selbst erschossen wurden und sich in die Luft sprengten.

Die Frage nach dem Warum, wird dabei typischerweise in den Medien nur in Bezug auf die Motive der Täter gestellt und nicht in Bezug auf das Verhalten vieler Opfer, sich von den Attentätern gleichsam hinrichten zu lassen.

Jesse Hughes eröffnet die Diskussion über die Wehrlosigkeit unserer europäischen Gesellschaften und kassiert Verrisse

Gewalt ist nichts Gutes. Unterwerfung unter die Gewalt aber auch nicht. Der Sänger der Band Eagles of Death Metal, Jesse Hughes, der den Tod von 89 Menschen im Bataclan miterleben musste, hat kürzlich in einem Interview hierzu Stellung genommen.

Fast reflexartig folgten scharfe Angriffe aus den sozialen Medien, aber auch von den etablierten Medien, die dem Sänger bizarre Verschwörungstheorien und die Verbreitung von Hass gegen Muslime vorwarfen. Ob dieser Vorwurf zutrifft lässt sich anhand einer Analyse des Interviews, das er dem Taki´s Magazine am 14.5.2016 gab, klären.

Die Frage aber, ob die richtigen Konsequenzen aus den Anschlägen gezogen wurden, muss weiter diskutiert werden. Sie ist auch angesichts der darauffolgenden Anschläge in Brüssel bisher nicht befriedigend beantwortet.

Hughes Interview verdient Beachtung

Ein aktueller Beitrag im Spiegel zu dieser Diskussion ist allerdings eher geeignet, die Diskussion aus Gründen der politischen Korrektheit zu tabuisieren.

Am stärksten kritisiert wird Hughes Antwort auf die Frage:

Do you think a percentage of the security staff was Muslim?

Antwort:

I know they were. Look, security guards backstage are notorious for being dicks. They check your ID every few minutes and nobody goes back and forth without being checked, even if you’re in the band. This guy didn’t care what we did. He didn’t even look at me.

Hughes verbreitet dabei keine Verschwörungstheorie, sondern schildert, warum er den Verdacht hat, dass Teile der Security die Attentäter, die seiner Meinung nach schon vor der Schießerei im Konzertsaal waren, hereingelassen haben, also mit ihnen gemeinsame Sache gemacht haben.

Dem Verdacht kann man nachgehen, auch wenn er sich hinterher nicht erhärten lässt. Er empfand die Security an dem Abend als ungewöhnlich lasch, was er sonst nicht so erlebt habe.

Die Menschen im Bataclan verhielten sich teilweise wie Opferlämmer

Das Verhalten der attackierten Konzertbesucher schildert der Sänger äußerst genau und in schockierender Art und Weise.

I saw fear fall like a blanket on the whole crowd and they fell like wheat in the wind—the way you would before a god. I was totally alert from the very beginning.

Diese Wahrnehmung deckt sich ganz gut mit den Aussagen von Überlebenden, die berichteten, dass sie erst nicht an ein Attentat glauben wollten aber zugleich dachten, dass sie jetzt sterben werden. Die Menschen haben sich in den ersten Minuten wie bei einer Exekution verhalten, die wie ein höheres Urteil unausweichlich schien. Erst nachdem schon viele Menschen am Boden lagen, brach die Panik aus und die Konzertbesucher versuchten zu flüchten.

Hughes sieht in dieser offensichtlichen Wehrlosigkeit und dem anfänglichen Opferverhalten der Mehrheit ein Zeichen, dass die Instinkte verloren gegangen sein und die Menschen mit Gewalt nicht mehr umgehen könnten.

Auszug Interview

Political correctness kills.

Davey [bassist Dave Catching] was in the middle of the stage and when the lights went on, he saw shit he’d never seen before in his life, awful stuff. It has no parallel. It’s not just death. It’s the most unsuspecting, innocent victims you can imagine—people who are gripped in terror and can’t move as a result of it.

It’s like a metaphor for all of Western civilization.

I watched about seven people die. A couple of them were three feet from the barrier. They could have fallen backwards and been alive but they were too scared to even turn around. I remember a woman just standing with her hands up in a surrender pose. The terrorist finally saw her and all she did was go, “No no no.” She surrendered to death in front of my very eyes. I was yelling at her, “HEY!” and I don’t think she could hear me. She was so terrified, I think she’d already given up.

Is it fair to say the liberal mentality created this need to surrender?

I will lay the blame right in its lap. When you tell people they can’t help themselves and that they’re children, you weaken them to a point where three feet away is life and they can’t see it because they’re too scared.

Deutlich wird an dieser und weiteren Schilderungen während des Interviews, dass Hughes schwer betroffen war von der Hilf- und Wehrlosigkeit der Konzertbesucher, die viele das Leben gekostet hat. Die Effektivität des Tötens erfordert die Kooperation der Opfer. Außerdem ist vorstellbar, wie groß der narzisstische Gewinn der Täter gewesen sein muss, so einfach und lässig fast einhundert Menschen töten zu können.

Ein Mädchen, beschrieb Hughes lag angstvoll am Boden, als sich ein Attentäter näherte. Sie sagte, dass sie so Angst habe. Der Attentäter sagte zu ihr, sie solle sich nicht fürchten, sie sei ohnehin gleich tot und erschoss sie daraufhin.

Was Hughes im Interview richtig darstellt, ist die Tatsache, dass die Grausamkeit zu einer vollkommen überhöhten Macht wird, wenn Menschen nicht in der Lage sind, ihr entschlossen entgegen zu treten. Er macht die Erziehung zur politischen Korrektheit dafür verantwortlich, die dazu führt, dass alles was nicht korrekt ist, ausgegrenzt und isoliert wird, somit den erzogenen Personen auch nicht mehr zugänglich ist. Wer dann inkorrekt mit einer Kalaschnikow um die Ecke kommt, hat ein leichtes Spiel!

Ähnlich kommentiert Hughes auch die Leichtigkeit, mit der die Attentäter später auf dem Brüsseler Flughafen ihre Bomben zünden konnten.

SEARCHING-POLICE-BRUSSELS-ATTACKS

Die Attentäter von Brüssel. Auffälliger geht es nicht und dennoch wurde kein Alarm geschlagen!

Look at the guys who bombed Brussels. They were wearing black gloves on one hand. Their luggage was too heavy to lift, but they didn’t want anyone helping them with it. Nobody brought any of this up until after the bombs went off.

 

Tabuisierung von Gewalt hilft ebenso wenig, wie ein überzogener Antirassismus

Es gibt so etwas, wie eine Stimmung oder Mentalität, nicht sehen zu wollen, was nicht in das Weltbild passt. Die Menschen fürchten sich geradezu, nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dass ihr Nachbar im Begriff ist eine Bombe zu zünden. Sie fürchten sich solange, bis sie von ihrem eigenen Tod überrascht werden. Auch die Tatsache, dass die Terroristen heutzutage Moslems sind und ein bestimmtes Aussehen haben, darf nicht zur Kenntnis genommen werden, weil dies ja rassistisches Denken wäre. Man würde ja anfangen alle Moslems, die einem begegnen, zu verdächtigen.

Die Tabuisierung nach dem Muster der politischen Korrektheit, verhindert dabei, dass man überhaupt auf diesem einfachen Niveau beginnt, eine Awareness oder Wachsamkeit gegen Terrorismus zu entwickeln. Weil bereits der erste Schritt gescheut wird, man könnte ja Moslems zu Unrecht als Terroristen verdächtigen.

Recht provokativ berichtet Hughes dann auch, dass er beobachtet habe, wie während der Attentate und danach, junge Muslime ausgelassen auf den Straßen tanzten, so als wüssten sie, was vor sich geht und würden sich darüber freuen.

Ob dies eine Stresswahrnehmung war, die ja ohne weiteres vorstellbar ist, wenn man gerade die Knochensplitter von seinen getöteten Fans im Gesicht stecken hat, oder ob Hughes Wahrnehmung stimmte, muss man offen lassen.

Viele Moslems vertreten keine eindeutigen Positionen

Die Selbstdarstellung der Muslime, die man nach solchen Attentaten immer wieder hört, dass sie fürchten, nun Opfer von Diskriminierung zu werden oder sich bereits gar diskriminiert fühlen, wirken zwiespältig.

Ich jedenfalls würde mich, wenn Menschen im Namen des christlichen Glaubens um mich herum Terror verüben und einen ganzen Kontinent damit bedrohen, eher schämen und überlegen, was ich gegen diese Verbrecher tun könnte. Auf die Idee, dass ich mich eher als unverantwortliches Opfer fühle, würde ich überhaupt nicht kommen, eher darauf, dass ich meine Glaubensbrüder gegen diese Mörder mobilisieren muss. Es scheint so, als würden die Moslems, die bei uns Leben, ein schwer einfühlbares Verhältnis zum Terrorismus haben.

Jedenfalls betrachten sie sich selbst als Opfer, wie der Verfasser des offenen Briefes gegen Hughes, der ihn bei Facebook als „Hassprediger gegen die Muslime“ darstellte und die Unterstützung der etablierten Medien dafür bekam. Tatsächlich aber starben bei den Pariser Attentaten Christen und auf der Opferliste fanden sich fast keine Menschen arabischer Herkunft und muslimischen Glaubens. Das wiederum passt gar nicht in die Strategie der großen Medien, die die Taten auf keinen Fall als Angriff von Moslems gegen Christen sehen wollten, sondern als Terrorakt von Intoleranten gegen eine multikulturelle Gesellschaft, die zerstört werden soll.

Sicher eine gute Sichtweise, die allerdings nicht blind machen sollte, für das breite Aggressionspotential, das gerade junge männliche Moslems aus arabischen Ländern und Nordafrika unseren Gesellschaften entgegenbringen.

Viele Sympathisanten von islamistischen Terroristen in muslimischen Vierteln und Vorstädten

Die Anschläge von Paris und Brüssel haben gezeigt, dass Terrorismus sich immer da ungestört entwickeln kann, wo es eine große Zahl von Sympathisanten gibt. Die finden sich eindeutig in den muslimischen Vorstädten von Paris und den muslimischen Vierteln von Brüssel. Eine Tatsache, die man nicht übersehen darf. Auch wenn sie politisch korrekt nur schwer diskutieren ist. Denn dann müsste man darüber sprechen, dass der Hass auf unsere westlich-demokratischen und liberalen Gesellschaften ein Massenphänomen unter jungen Moslems ist. Keine angenehme Vorstellung.

Für uns Europäer ist es ein klarer Fall, dass wir aus der Opferhaltung heraus müssen, zu der uns die Negation jeglicher Gewalt, auch verbaler Gewalt zwingt. Gewalt ist ein probates Mittel der Selbstverteidigung und kann, als Abschreckung auch das Risiko für Terroristen und Angreifer deutlich nach oben treiben. Hughes jedenfalls ist ein Befürworter der amerikanischen Waffengesetze und hält Gewehre für unverzichtbar.

Wir Europäer dürfen noch nicht einmal ein Taschenmesser bei uns tragen, wenn es sich mit einer Hand öffnen lässt. Damit werden wir vor allen Dingen mental zu Opfern gemacht, nicht weil uns die Schusswaffen fehlen, sondern, weil alle Ideen, sich zu verteidigen tabuisiert werden.

Genau diese Erziehung zu Schafen, darf so nicht weitergehen. Denn dann werden wir tatsächlich zu weich und kooperieren bei unserer eigenen Beseitigung durch unsere Feinde Die kommen zurzeit eindeutig aus der arabischen Welt und führen einen heiligen Krieg gegen uns. Die Tatsache kann man zur Kenntnis nehmen und trotzdem differenziert bleiben. Einen Generalverdacht muss man nicht aussprechen, aufmerksam und wach sollte man gegenüber diesen Bevölkerungsgruppen auch als normaler Bürger allerdings sein. Der Terror kommt mitten aus der islamischen Welt zu uns und wird von jungen Moslems in unsere Städte getragen.

Wir sollten wieder lernen, uns zu verteidigen!