Screenshot Todenhöfer

Screenshot aus dem neusten Interview von Jürgen Todenhöfer

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Das doppelte Spiel Washingtons in Syrien wird bei uns konsequent verschleiert. Enthüllungen wie die von Jürgen Todenhöfer, werden ebenso konsequent diskreditiert. Merkmale einer Propaganda-Berichterstattung!

Ein erschreckendes Interview, das Jürgen Todenhöfer, der bereits diverse Male Syrien bereist hat und auch schon über den IS berichtete, mit Abu Al Ez dem Anführer der Al Kaida-Filiale „Jabhat Al Nusra“ geführt hat.

Im Prinzip erklärt dieser, dass die Amerikaner auch die verschiedenen Al Nusra Gruppen direkt mit Waffenlieferungen unterstützen und auch Militärberater vor Ort haben, welche AL Quaida nahe Gruppen, die in Syrien nach dem Sturz Assads einen Islamischen Staat auf Grundlage der Scharia errichten wollen, regelrecht trainieren und in modernster Waffentechnik unterrichten.

Obwohl Abu Al Ez mit der Unterstützung der Amerikaner nicht zufrieden ist und noch wesentlich mehr erwartet, erwähnt er doch, dass man dem Assad-Regime bis auf Kampfflugzeuge und Raketentechnik im Wesentlichen ebenbürtig sei. Unterstützung unterhalte man auch aus Israel, Saudi Arabien und Libyen. Der „Westen“ dagegen unterstütze die Al Nusra nur, indem er die Einreise von Mujaheddin-Kämpfern nach Syrien erleichtere (gemeint ist wohl die Türkei).

Niederschmetternd ist diese Auskunft aus erster Hand, wenn man bedenkt, dass Al Nusra und der IS im Prinzip eine Gruppe mit gleichen Zielen war, die sich eher aus Machterwägungen, denn aus ideologischen Differenzen aufgespalten hat. Abu Al Ez betont in dem Interview mit Todenhöfer allerdings, dass man im Prinzip wie der IS sei.

Ziel von Al Nusra ist die Bekämpfung Assads, Russlands und des Westens, mit Unterstützung der Amerikaner wohlgemerkt!

Der ehemalige CDU-Abgeordnete Todenhöfer fragt auch nach der Einstellung der Gruppe zu einem Waffenstillstand und Hilfslieferungen an Zivilisten in Aleppo.

Die Antwort ist eindeutig. Den Waffenstillstand lehne man ab und die Hilfslieferungen gestatte man nur, wenn sich die Assad-Truppen zurückziehen. Ein humanitäres Anliegen vertreten diese Gruppen offensichtlich nicht.

Soweit die erschreckenden Auskünfte der Al Nusra über die intensive Kooperation der Amerikaner mit den radikalen Islamisten, die auch nicht besser sind, als der IS.

Deutsche Leitmedien diskreditieren Todenhöfer-Interview nach kräften

Noch erschreckender sind allerdings die Reaktionen der Leitmedien in Deutschland auf dieses Interview. Obwohl Todenhöfer über jeden Zweifel erhaben ist und das Interview absolut glaubwürdig wirkt, streuen unsere Leitmedien systematisch Zweifel an der Authentizität des Interviewpartners, ja des Interviews überhaupt. Dies, ohne dasselbe veröffentlicht zu haben. Die Veröffentlichungen finden derzeit über die Facebook-Seite Todenhöfers und mehrere Regionalzeitungen, sowie ein RTL-Magazin statt. Alle anderen Medien boykottieren das Interview.

Der Spiegel titelt beispielsweise „Mummenschanz für Assad“ und streut diffuse Zweifel an der Glaubwürdigkeit ohne konkrete Fakten nennen zu können. Die Welt zitiert eine völlig unbekannte syrische Online-Zeitung, um zu beweisen, dass es sich bei dem Al-Nusra Anführer in Wirklichkeit um einen christlichen Abgeordneten aus Syrien handelt, der dem Assad-Regime die Treue hält.

Das muss man sich mal klar machen, dass unsere Leitmedien, wenn es um den vorgeschrieben Kurs gegen Assad und Russland geht, auch bereit sind, irgendwelche arabischen Websites aufzuwerten, um auch renommierte Publizisten, wie Jürgen Todenhöfer, ins Zwielicht der Unglaubwürdigkeit zu rücken.

Die Welt ist immerhin noch so objektiv, dass sie die Vorwürfe, Amerika würde die Al Nusra unterstützen, nicht rundheraus bestreitet. Das wäre allerdings auch albern, weil dieser Umstand nicht einmal mehr von den Amerikanern ernsthaft bestritten wird.

Also betrachten wird die Sache nüchtern:

Aus der Anti-IS-Koalition ist unlängst eine pro IS-Koalition geworden, wenn es um den Sturz Assads geht. Auch Deutschland beteiligt sich indirekt durch die Mitwirkung in dieser Koalition an Unterstützungen für Al Nusra, somit Al Quaida und im Resultat auch des Islamischen Staates! Bedenken wir, dass unsere Soldaten nicht nur Peschmerga-Kämpfer ausbilden, sondern auch Aufklärung für Luftangriffe der Amerikaner betreiben. Diese zielen, wie wir in letzter Zeit gesehen haben auch ganz klar auf die Assad-Truppen und viel weniger klar, als erhofft auf den IS.

Im Irak bekämpfen die Amerikaner den IS, in Syrien unterstützen sie ihn

Unterm Strich sieht es ganz so aus, als würden die Amerikaner den IS im Irak sehr öffentlichkeitswirksam bekämpfen, während sie in Syrien alles vermeiden, was zu einer Schwächung radikaler islamistischer Terrorgruppen und Rebellen führt. Denn diese sind letztlich die motiviertesten Kämpfer gegen Assad. Amerika will nach wie vor dessen Sturz und zwar in erster Linie.

Die Tatsache, dass Washington und seine Verbündeten, zu denen wir Deutschen auch zählen, den Sturz Assads weiterhin als Ziel erster Priorität verfolgen, zeigt die Skrupellosigkeit dieser westlichen Seite, welche von den Medien massiv propagandistisch flankiert wird. Denn was den Lesern und Rezipienten vorenthalten wird, ist, dass bei einem Erfolg dieses Kampfes gegen Assad, Syrien in die Hände von Islamisten fällt. Denn Al Nusra will nichts anderes als ISIS, eine mittelalterliche Scharia-Gesellschaft, die eine noch schlimmere Unterdrückung der Bevölkerung, als durch das Regime Assad erwarten lässt.

Der Kampf um die Vormachtstellung in Syrien scheint für die Amerikaner erste Priorität zu haben. Wenn man den mit Hilfe von Al Quada, Al Nusra und IS gewinnt – warum nicht? Human ist an dieser Taktik überhaupt nichts.

Wir sollten uns schleunigst aus dieser unheiligen Allianz zurückziehen!