Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Eine seltsam verdrehte Rede hielt Trump in Saudi Arabien.

Die Medien werten die Worte, welche Donald Trump bei einer Ansprache in Saudi Arabien über das Terrorproblem wählte, für durchaus präsidial. Zumindest gab es keinen großen Verriss in der Presse.

Trump sagte unter anderem, dass der  Iran Terroristen trainiert und finanziert, welche die ganze Region destabilisieren würden. Er ruft mehr oder weniger offen zum Umsturz der Regierung im Iran auf.

Erstaunlich, geht Trump mit keinem Wort auf die von Saudi Arabien finanzierten Terrororganisationen Al Quaida und Islamischer Staat ein.

Obwohl fast alle großen islamistischen Terrororganisationen sunnitisch sind und von Amerika mit gefördert wurden, teilweise auch nur indirekt über die Förderung Saudi Arabiens, schreibt Trump den islamistischen Terror fast ausschließlich dem Iran zu.

Eine bemerkenswerte Verdrehung der Realitäten, die eigentlich nur dann Sinn macht, wenn, wie Trump andeutete, der Plan sei, den Iran in der gesamten Region zu isolieren. Vielleicht sogar mit Hilfe von Al Quaida und Islamischem Staat?

Vielleicht als Rücksichtnahme auf Israel, welchem der Iran tatsächlich äußerst feindlich gegenüber steht?  Der Iran schaut auf eine jahrzehntelange Vernichtungsrhetorik gegenüber Israel zurück.

Nur so würde die Wirklichkeitsverdrehung in der Rede Trumps Sinn machen, bleibt aber eine satte Lüge.

Lügen kann er wirklich, dieser Trump!