Türkei

Vom Erdogan-Klan unterstützte Terrororganisationen islamistischer Provenienz, Grafik: Gedächtnisbüro 2015

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Erdogan hat Europa in verschlüsselter Form den Krieg erklärt.

Er sagte heute bei einer Ansprache:

“Wenn Sie sich weiterhin so verhalten, dann wird morgen weltweit kein Europäer, kein Bürger des Westens in Sicherheit und Frieden die Straßen betreten können”

Die Türkei sei ein Land, mit dessen Ehre man nicht spiele.

“Wir als Türkei rufen Europa auf, Demokratie, Menschenrechte und Freiheiten zu respektieren” sagte er weiterhin und meinte damit vermutlich die verhinderten Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in EU-Ländern.

Die Drohungen gegen alle europäischen Bürger wiegen sehr schwer, zumal Erdogan Europa nicht als Region darstellt, in der Demokratie und Menschenrechte geachtet würden.

Reisewarnung für die Türkei dringend erforderlich

Die Kombination dieser beiden Aussagen klingt wie eine Kriegserklärung, an alle EU-Länder, die von Erdogan gleichzeitig in ihrer demokratischen Staatlichkeit delegitimiert werden und deren Bürger nun von der Türkei bedroht werden. Besonders erschreckend ist dabei, dass Erdogan nicht die Länder der EU angreift, sondern die Bürger – und zwar überall auf der Welt.

Das sollte zumindest eine Reisewarnung für die Türkei wert sein, wenn der Staatschef eines Landes die europäischen Bürger pauschal bedroht.

Die Nato muss dringend über die Türkei nachdenken

Auch die Nato muss sich nun überlegen, ob sie die Relikte des Konzepts der nuklearen Teilhabe für die Türkei (bis zu 90 Atombomben vom Typ B61 auf dem Luftwaffenstützpunkt Incirlik) nicht schnellstens entfernt.

Andernfalls wäre ein Szenario, in dem die Türkei amerikanische Atomwaffen auf ihrem eigenen Staatsgebiet beschlagnahmt und sich damit in den Besitz einer atomaren Sprengkraft bringt, die tatsächlich Europa komplett auslöschen könnte, durchaus denkbar.

Eine fast unbegrenzte Erpressungsmacht der Türkei gegenüber Europa.

Warum wird Erdogan so aggressiv?

Die Frage, warum Erdogan mit Gewalt gegen europäische Bürger droht, wirkt vordergründig dadurch beantwortet, dass er verärgert über die Behinderung türkischer Politiker beim Wahlkampf um das türkische Referendum ist.

Tatsächlich muss man aber auch von einer weit schlimmeren Erklärung ausgehen. Die Drohung gegen die EU soll ganz offensichtlich den Islamischen Staat, der von der türkischen Regierung seit Jahren inoffiziell unterstützt wird und der derzeit kurz vor der militärischen Niederlage im Irak steht, besänftigen. Öffentlich vernehmbar stellt sich Erdogan so auf die Seite der Hasser des Westens und öffnet damit den radikalen Islamisten in der Türkei die Tür für weitere Kooperationen, welche auch in Terroranschlägen gegen EU-Länder bestehen kann.

Damit hätte der IS die Türkei durch eine Mischung aus Terroranschlägen und intensiven Handels- und Wirtschaftsbeziehungen (Öl, Gas, Waffen), die teilweise über die Familie Erdogans direkt liefen, die Türkei in das radikal islamistische Lager hinüber gezogen. Erdogans Rhetorik ist ein deutliches Zeichen dafür.

Wir müssen uns also auf eine neue „Terrorbasis“ Türkei einstellen, wenn der Irak und Syrien vom IS befreit worden sind. Oberster Terrorhelfer ist dann Recep Erdogan, der schon heute europäische Bürger in der EU und überall auf der Welt bedroht.

Eine Natobasis in der Türkei, die zudem noch Atomwaffen lagert, ist ab heute absolut obsolet!