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Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Hilary Clinton hat bereits als Außenministerin und zuvor als Konkurrentin Obamas um die Präsidentschaftskandidatur gezeigt, dass sie als amerikanische Präsidenten gefährlich fanatisch und zugleich blind sein könnte. Ihre Präsidentschaftsambitionen sollten in Europa eher zurückhaltend gesehen werden, als Präsidentin könnte sie für uns gefährlich werden.

Clinton stellte sich heute erneut dem Untersuchungsausschuss über den Anschlag in Bengasi, während ihrer Amtszeit als amerikanische Außenministerin. Damals war in Libyen der amerikanische Botschafter getötet worden, der sich kurz zuvor im State-Departement über nicht ausreichende Sicherheitsvorkehrungen beschwert hatte. Clinton behauptet, dass eine solche Mail nicht auf ihrem Tisch gelandet sei. Ihre ca. 10 000 Mails aus dem Jahr 2012 lagen übrigens dem Untersuchungsausschuss, der auf Betreiben der Republikaner erneut einberufen wurde, vor und zeigten keinerlei Hinweise, dass die damalige Außenministerin, die Bedrohungslage in Libyen besonders ernst genommen hat.

In der Tagesschau wird von einer möglichen Hexenjagd gegen die zukünftige Präsidentschaftsanwärterin gesprochen, ob hier die Tagesschau wie schon öfter bei den Demokraten in Washington unterkriecht, oder ob es sich um eine berechtigte Vermutung handelt, lässt man lieber offen.

Allerdings ist offensichtlich, dass Clinton als Außenministerin nicht nur keine geeigneten Akzente setzen konnte, sondern auch versagt hat. Clinton sah und sieht die amerikanische Rolle in der Welt eher aus einer interventionistischen Perspektive und will die moralische Überlegenheit Amerikas, die sie tief in sich zu fühlen zu scheint, in die Welt tragen. In diversen TV-Runden und Diskussionen, die sie teilweise mit ihrem damaligen direkten Konkurrenten um die Präsidentschaftskandidatur Barak Obama geführt hat, betonte sie immer wieder die Führungsrolle Amerikas in der Welt auch aus moralischen Gründen, wie einen Glauben, die auch zu Regime-Changes berechtigen würde, ebenso wie zur Ausgrenzung und Isolierung nicht moralischer Regierungen im amerikanischen Sinne. Obama dagegen betonte oft, dass er bereit sei mit jeder Regierung zu reden und keinen „stupid stuff“ fortsetzen wolle (in Anspielung auf die Regierung Bush). Clinton, die auch persönlich massive Spannungen mit Obama zugab, hielt diese Einstellung nicht für ein hinreichendes außenpolitisches Konzept.

Unterm Strich ist Hilary Clinton im State Departement diejenige gewesen, die massiv auf den Sturz Gaddafis hingearbeitet hat und auch in der Ukraine-Krise noch indirekt eine Rolle spielte, weil sie die unselige Donut-Dolly und Ost-Europabeauftragte Victoria (Fuck-EU) Nuland ins State-Departement geholt hatte und in der Ukraine-Krise auch aktiv mit dem ebenfalls unseligen Senator McCain zusammenarbeitete. Sie war auch diejenige, die viel Öl ins Feuer goss, als sie Putin wiederholt mit Hitler verglich.

Wenig verständlich also, dass unsere Leitmedien Hilary Clinton nach ihrer desaströsen Amtszeit als Außenministerin noch verteidigen.

Clinton hat ein ausgeprägtes Sendungsbewusstsein und polarisiert massiv, wenn sie der Meinung ist, dass irgendwelche Regierungen bestraft werden müssen (was sich nicht selten mit erheblichen ökonomischen Interessen der USA deckt). Clinton ist im Prinzip eine demokratische Vertreterin der Neokonservativen und zeigt bisweilen Merkmale einer „Theokonservativen“.

Es wäre eine unzulässige Retourkutsche und auch nicht angemessen, Clinton mit Hitler zu vergleichen, was sie aber nicht minder gefährlich macht. Sie zeigt Merkmale einer Persönlichkeit, die sich selbst als herausragende Vertreterin einer überlegenen Kultur (wenn nicht Rasse) empfindet und daraus weitgehende Legitimität für Interventionen (auch militärischer Art) überall auf dem Globus ableitet. Sie wirkt machtgierig und zugleich beseelt von einem immensen Sendungsbewusstsein. Clinton könnte für die Welt wesentlich gefährlicher werden, als jeder tumbe Republikaner, wenn er zum Präsidenten gewählt wird.

Für uns Europäer kann Clinton wesentlich bedrohlicher werden, als Obama, der immer noch in der Lage ist, sich zu mäßigen.