Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Woanders ist es schöner. Mit einer Frisur, die sogar in der extrem windigen Mongolei hält macht die Verteidigungsministerin auf Abruf ( wie manche böse Zungen sagen) einen ihrer zahlreichen internationalen Besuche und bekommt ein Pferd geschenkt.

So weit so gut.

Im Irak wirbt sie für eine weitere Präsenz der Bundeswehr und bei den Saudis war sie auch schon. Ursula von der Leyen ist immer unterwegs, so als wollte sie höchstpersönlich eine schnelle Eingreiftruppe personifizieren, die ihr zuhause mehr als übel genommen wird.

Denn die Bundeswehr ist seit ihrem Amtsantritt in der Krise und rutscht immer tiefer in eine Identitätslosigkeit, die wahrscheinlich mit dem ersten Angriffskrieg der Parlamentsarmee in Jugoslawien begonnen hat.

Es folgte Afghanistan und im Irak ging es weiter, Mali, Sudan, die Liste summiert sich inzwischen auf an die fünfzig internationale Einsatzorte.

Der Umbau, oder sagen wir Abbau der Bundeswehr zu einer reinen Berufsarmee (manche sagen auch Söldner-Truppe) war wohl die Grundvoraussetzung, um diesen Identitätsshift zu ermöglichen.

Wenn sich jetzt Parlamentsabgeordnete mokieren, dass die Verteidigungsministerin verboten hat, dass Soldaten mit Abgeordneten ohne Erlaubnis sprechen, dann sind diese Parlamentarier mit ihrem Argument, es seien doch Staatsbürger in Uniform, vom Mond. Die Bundeswehr ist dem Zugriff des Parlamentes längst entzogen und wird zu einer reinen Regierungsarmee umgebaut, die willfährig überall da ihren Dienst tut, wo sie hingeschickt wird. Der Bundestag darf das hinterher abnicken.

„Eine kleine, funktionierende Demokratie“, nennt Leyen die Mongolei, aber zugleich macht sie aus der Bundeswehr die undemokratischste Armee, die wir seit dem zweiten Weltkrieg hatten. Ihrer Basis in der Bevölkerung beraubt (Wehrpflicht), ihrer eigentlichen Aufgabe entkleidet (Landesverteidigung) wird diese Armee immer mehr zum Erfüllungsgehilfen deutscher Wirtschaftsinteressen und über die Achse Merkel-Leyen systematisch klein, krisengeschüttelt und abhängig gehalten.

Wahrscheinlich hat die ehemals hoffnungsvolle Nachfolgerin von Merkel inzwischen so viel Machiavelli und Clausewitz gelesen, dass sie das Repertoire an psychologischer Kriegsführung, das man von dort mitnimmt, unbedingt ausprobieren musste. Fatalerweise ausgerechnet an der eigenen, ihr anvertrauten, Armee.

Vertrauen gibt es allerdings nicht mehr zwischen Verteidigungsministerium und Wehr, massenweise Beschwerden gegen den Führungsstil der Ministerin müssen seit Jahren niedergeschlagen werden, manche Soldaten steigen aus und schreiben Bücher über den Niedergang der inneren Führung und des Selbstbewusstseins der deutschen Soldaten unter der Verteidigungsministerin.

Ob aus Überzeugung oder Abhängigkeit von der Kanzlerin. Von der Leyen hat sich zum destruktiven Faktor unserer Armee entwickelt und spielt in der Bundeswehr inzwischen die Rolle der gnadenlosen Despotin, die den eigenen Leuten den Mund verbietet, als stünden wir im Krieg.

In Wirklichkeit steht die Verteidigungsministerin im Krieg mit der Bundeswehr und damit auch mit unserem Land. Sie gehört längst ausgemustert und ist nur noch deshalb im Amt, damit sie weiterhin die schmutzige und destruktive Arbeit machen kann, eine Armee zur Landesverteidigung zu einer internationalen Söldnertruppe umzuformen, wie es von Wirtschaft und Kanzlerin gewünscht wird.

Der Bundestag steht machtlos daneben und schaut zu.

„Eine kleine funktionierende Demokratie?“ Ja, in der Mongolei, aber nicht in unserer Armee. Staatsbürger in Uniform? Aus der Traum!

Disclaimer: In der ursprünglichen Überschrift heisst es im zweiten Halbsatz: Möge sie nie zurückkehren. Inzwischen ist sie zurückgekehrt, was ja auch zu erwarten war. Sie hat hier einfach die besseren Reitpferde und ganz offensichtlich einen sicheren Job. Schade.