VIEWTY2

Monströses Soldatenmodell im Bundeswehrladen Berlin-Friedrichstraße. So soll der neue Soldat für Auslandseinsätze aussehen. Geseischtslos, genormt und zu allem bereit. Warum dann noch von “Innererer Führung” sprechen? Foto: Gedächtnisbüro 2017

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Eigentümliche Stille um die Bundeswehrschelte der Verteidigungsministerin. Das Verhältnis zwischen Ministerin und Bundeswehr ist jedenfalls zerrüttet. Ein Rücktritt wird immer wahrscheinlicher.

Ganz offensichtlich hat sich Ursula von der Leyen bei ihren Vorwürfen an die Bundeswehr vergaloppiert. Insbesondere heftige Angriffe auf die Kampf-Sanitäter-Ausbildung in der Kaserne Pfullendorf wurden inzwischen von der zuständigen Staatsanwaltschaft als haltlos dargestellt. Die Vorermittlungen wurden eingestellt.

Was passiert nun im Verteidigungsministerium? Man versucht das Narrativ, die Bundeswehr sei ein Saustall, irgendwie zu erhalten und besteht auf weiteren Ermittlungen, wegen Pietätslosigkeiten in der Ausbildung. Besonders unangenehm aber bleibt der Fall Pfullendorf für die Verteidigungsministerin aber auch deshalb, weil mehrfach Berichte in der Sprechweise von der Leyens an die Medien durchgestochen wurden, die ihr Saustall-Narrativ stützen sollten. Auch das hat die Staatsanwaltschaft in ihrer Begründung angemerkt.

Wer nimmt nun die Verteidigungsministerin aus der Schusslinie, wenn der Bundeswehrverband sich über ihre Unterstellungen empört?

Das Vertrauensverhältnis zwischen ihr und der Truppe dürfte jedenfalls zerrüttet sein.

Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Ursula von der Leyen noch vor der Wahl zurücktreten wird.