Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Kurze Zeit nach dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz erschien bei Bild und Daily Mail ein Video, welches offensichtlich von der Berliner Bild-Redaktion gekauft worden war.

Zu sehen ist dort ein sensationslüsterner Spaziergang unmittelbar nach der Tat, in der zwei junge Männer mit ihrer Kamera ungehemmt auf die Opfer hielten und sich währenddessen angeregt unterhielten.

Die Sprachen waren französisch und arabisch. Die typische Sprachkombination in Tunesien, Marrokko und Algerien.

Daily Mail hat die Opfer nur teilweise verpixelt, bevor das Video veröffentlicht wurde. Die Bild-Online hat die Verpixelung der Opfer noch etwas stärker durchgeführt und vor allem einen Kommentar über das Video gesprochen, welches die Originalkommentare der beiden Filmer unverständlich macht.

Fakt ist, dass man sich fragen muss, wie es sein kann, dass zwei junge Männer , die offensichtlich aus einem der Maghreb-Staaten stammen, unmittelbar nach dem Anschlag ein Sensationsvideo drehen und dies dann auch an die Bild-Online verkaufen können, warum diesbezüglich keine Ermittlungen stattfinden?

Der Verdacht steht im Raum, dass die Männer von dem Anschlag gewusst haben und zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren, um mit ihrem Video von den Opfern Geld zu verdienen.

Wieviel wurde für das Video gezahlt?

Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, ob es hier eine Mitwisserschaft oder schlimmeres gab. Vorstellbar ist sogar, dass die beiden Filmer den Attentäter vielleicht kannten, vielleicht ermutigten oder gar in einen finanziellen Austausch mit ihm getreten sind, um hinterher ein Video verkaufen zu können.

Also, was sagen die Ermittlungen? Waren es harmlose Passanten, die den Deal ihres Lebens mit der Bild gemacht haben oder waren es Mitwisser oder Mittäter?