afd umfrage

Leserumfrage in einem heutigen Artikel über die AfD-Demonstration und die Gegendemonstrationen in Berlin

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Der heutige Tag, der mit Schlagzeilen, wie „AfD-Anhänger treffen auf 25000 Gegendemonstranten“ konnotiert wurde, ist denkwürdig.

Nicht deshalb, weil gegen 5000 AfD-Anhänger gleich vier große Gegendemonstrationen organisiert wurden, auch nicht deshalb, weil viele Demonstranten versucht haben die Polizeiketten zu überwinden und die AfD-Demo zu blockieren, auch nicht deshalb, weil die Medien überwiegend positiv über die versuchte Unterdrückung und Bekämpfung der Meinungsfreiheit von rechts durch linke Gegendemonstranten berichteten, sondern deshalb weil dieser ganze angedeutete Bürgerkrieg direkt im Regierungsviertel stattfand und am Brandenburger Tor endete.

Der heutige Tag erinnert in der verbissenen Kampfansage gegen die AfD, die als einzige mit Deutschland-Fahnen durch das Regierungsviertel zog, an die Weimarer Republik.

Auch in der Weimarer Republik schlug sich nämlich das konservative Bürgertum und Kleinbürgertum und zuletzt die Arbeiterschaft auf die Seite der Rechten, weil diese vermeintlich als einzige Bewegung Deutschland verteidigt haben. Während von links die sozialistische Internationale drohte.

Damals wie heute gelang es den Linken nicht, den Geruch der Staatsfeindlichkeit und den Eindruck des Hasses auf das eigene Land zu vermeiden.

Nun wurde zwar bei den heutigen Anit-AfD-Demonstrationen nicht der Schlachtruf „Deutschland verrecke“ skandiert, aber die pro-nationalen Parolen der AfD wurden auch hier mit Vorwürfen des Hasses, des Rassismus und den bekannten Nazi-Vorwürfen diskreditiert.

Das hatte zur Folge, dass in Medien, wie der Welt, der Bildzeitung und der FAZ Leserumfragen zu 80% positiv für die AfD ausfielen. Es gab also erneut eine schweigende Solidarisierung mit den Rechten, was den zahlenmäßigen Sieg der Linken bei den Demonstrationen zur Makulatur werden ließ.

Ganz wie in der Weimarer Republik wenden sie die Leute zunehmend vom linken Zeitgeist (der damals noch sehr viel heftiger wehte) ab und zeigten eine hohe Reaktanz gegenüber den lauten und feindlichen Aktionen, die gegen die Deutschland-Fahnen-Träger gerichtet waren.

Sollte es der AfD auf Grund dieser deutschlandfeindlichen Grundhaltung von links, die zunehmend als einzige Ursache der unkritischen Befürwortung von Migration nach außen wahrgenommen wird, weiterhin gelingen, Solidarisierungseffekte in der breiten Bevölkerung zu erzielen, ist die Weimarer Zuspitzung weiterhin zu erwarten.

Solange von links jeder Migrant, auch der kriminellste und deutschlandsfeindlichste Macho begrüßt wird, weil er hilft, “die Deutschen zu verdünnen” wie es Joschka Fischer einmal ausdrückte, wird die Solidarisierung mit der AfD in der Bevölkerung weitergehen.