von Aileen Morrissey

Die politischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen sind deutlich zu spüren und übertragen sich auch auf aktuelle Sportveranstaltungen.

Von Fangewalt bei der EM 2016 bis hin zur Debatte, ob Russland ein geeigneter Gastgeber für die WM 2018 ist – es scheint, als sei jegliche russische Teilnahme an Sportevents von einem gewissen Ausmaß an Skandalen begleitet.

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Einige russische Athleten sind kurz vor Beginn der Olympischen Spiele 2016 bereits in Rio eingetroffen, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dopingvorwürfe auf die Veranstaltung und die Wettquoten auswirken werden.

Der Dopingskandal im russischen Leichtathletik-Team kam zum ersten Mal ans Tageslicht, als in einer Fernsehdokumentation behauptet wurde, dass zwischen 2011 und 2015 ein staatlich gesponsertes Dopingprogramm geltend gemacht wurde. In den folgenden Monaten wurde bekanntgegeben, dass die Welt-Anti-Doping-Agentur alle russischen Athleten für die anstehenden Olympischen Spiele sperren würde.

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Diese plötzliche Veränderung in der olympischen Aufstellung sorgte zunächst für Chaos, denn viele russische Athleten, die als Favoriten galten, sollten nun nicht mehr antreten. Die Quoten auf der Sportwettseite Betway wurden dadurch gehörig durcheinander gebracht, was allerdings vielen deutschen Sportlern die Chance gab, an die Spitze zu rücken.

Das Internationale Olympische Komitee hat sich im Nachhinein jedoch dagegen entschieden, alle russischen Athleten zu sperren, sondern hat jedem entsprechenden Aufsichtsrat die Entscheidung überlassen, wer zugelassen wird und wer nicht. Viele Entscheidungen waren überraschend. Weitspringerin Darya Klishina wird antreten, während 800m-Läuferin Yuliya Stepanova gesperrt ist, obwohl sie dafür gesorgt hat, dass der ganze Skandal ans Tageslicht gekommen ist.

Die russische Regierung hat immer wieder betont, dass ihr Land von den westlich-beeinflussten olympischen Organisationen unfair behandelt worden sei; daher wird der Sport-Event nun auch aus einem politischen Blickwinkel verfolgt werden.

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Hinzu kommt, dass Russland mitten in den Vorbereitungen für die nächste WM steht, die am 14. Juni 2018 im Luzhninki-Stadion in Moskau eröffnet werden soll. In westlichen Medien wird bereits darüber spekuliert, ob Russland nur aufgrund skrupelloser FIFA-Abkommen ausgewählt wurde.

Wegen der Verzögerungen bei Bauprojekten in St. Petersburg und der negativen Presse bezüglich russischer Fußballfans muss Russland wohl noch eine Menge dafür tun, sein globales Image in Sachen Sport aufzubessern.