Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Schöne Zukunftsaussichten: Die kriminellste Bank der jüngeren Geschichte und die gefährlichste wirtschaftliche Supermacht der Erde schließen sich zusammen.

Die für Geldwäsche im großen Stil bekannte und bisher, auf Grund ihrer überragenden globalen Machtstellung im Finanzsystem, fast ungestrafte ehemalige Kolonialbank, schickt sich derzeit an, über Hongkong die chinesische Expansion nach Europa und in die USA zu betreuen.

Dafür haben die Chinesen große Aktienpakete der HSBC-Bank gekauft und umfassende Verträge mit der privaten Weltbank getroffen. HSBC ist nicht nur wegen ihres dominanten Marktanteils in Hongkong prädestiniert, dem ehemals kommunistischen Regime unter die Arme zu greifen. Die „Mafia-Bank“, der der US-Senat 2012 eine vollkommen „versaute Unternehmensorganisation“ vorwarf und die nur wegen ihrer puren Größe von einem Lizenzentzug in den USA verschont blieb, hat für die Chinesen aber nicht nur ein internationales Finanznetz zu bieten.

Auch das finanzielle „Darknet“ der Bank ist bekanntermaßen gewaltig. HSBC bietet seit Jahrzehnten seinen betuchten Kunden „steuerliche Sorglospakete“ in den „Offshore-Paradiesen“ der Welt an und kann nicht dafür belangt werden. Die Jahresbilanz der Bank liegt bei über 2 Billionen Dollar, was die Bank bei einem Vergleich mit Volkswirtschaften zur fünftgrößten Volkswirtschaft der Welt machen würde, obwohl sie nur 300000 Mitarbeiter hat. Ein schlechtes Geschäft für die globale Gesellschaft, weil eine Bank von der wirtschaftlichen Größe Großbritanniens weniger als eine halbe Million Arbeitsplätze schafft, weltweit aber 3,5 Prozent des Bruttosozialproduktes bilanziert, was vergleichsweise dem Produkt von Südosteuropa plus GUS-Staaten entspricht.

In Kombination mit China dürfte diese Bank, die derzeit die globale Nummer 2 unter den Geldinstituten ist, bald zur Nummer Eins aufsteigen. Beängstigend, dass die globale Nr. 1 jetzt schon mit einer Bilanzsumme von 2,7 Billionen Dollar eine chinesische Bank ist, die Industrial & Commercial Bank of China.

Dies macht die britische HSBC zu einer Art heiliger Kuh auf dem Finanzmarkt, da gerade in London City eine globale Top-Bank, wie die HSBC für den Finanzplatz England unverzichtbar ist. Die HSBC ist dort nebenbei der größte Arbeitgeber. In Europa ist es die größte Bank.

Wer die Schweinereien dieser Bank aufgelistet sehen möchte, die von Geldwäsche bis zur Unterstützung des islamistischen Terrorismus reicht,  braucht nur in den entsprechenden Wikiipedia-Beitrag zu klicken. Allerdings verhält es sich hier wie beim Dieselskandal der Autoindustrie. Einzelne Konzerne stehen am Pranger für kriminelle Praktiken, die in der gesamten Branche üblich sind. Auch die anderen großen Weltbanken, haben ähnliche Bilanzsummen (um die 2-3 Billionen Dollar) und betreiben Geldwäsche im großen Stil. Kaum eine von ihnen wird noch substantiell in irgendeinem Land angegriffen. Die fünftgrößte Bank der Welt, die Deutsche Bank, hatte hier in den USA vergleichsweise harte Ankläger und hohe Geldstrafen für ihre kriminellen Praktiken erhalten, schon die französische BNP-Paribas, die noch etwas größer ist, hat auf Grund von politischen Deals mit Frankreich verhältnismäßig wenig Strafzahlungen in den USA leisten müssen.

Die USA sind sowieso weltweit das einzige Land, das in der Lage ist, eine Bank hart zu bestrafen, was daran liegt, dass ein Entzug der amerikanischen Banklizenz das Todesurteil für jede international, tätige Bank bedeuten würde.

Wer sich übrigens fragt, warum in den letzten Jahrzehnten eine Generation der Superreichen entstanden ist, die den größten Teil des weltweiten Vermögens besitzt, muss sich nur die Banken anschauen und versteht dann schnell, warum es nicht anders sein kann.

Ab einer Million Dollar Mindesteinlage bietet HSBC seinen Kunden (laut Phönix-Reportage) fertige Briefkastenfirmen an, mit deren Hilfe sie sich von Steuerzahlungen und allen anderen Vermögenszugriffen frei halten und gleichzeitig sogar erkleckliche Vermögensgewinne über die Investmentsparte der Bank machen können.

Die großen, globalen Banken sind es, die aus Millionären Milliardäre machen und dabei einen eigenen globalen Staat der Superreichen geschaffen haben.

Nur selten resultieren diese Vermögensexplosionen aus prosperierenden Unternehmen, den größten Teil der Gewinne gibt es aus Bankgeschäften in der intransparenten Investmentsparte der globalen Geldunternehmen.

In diesem Sinne macht es keinen großen Unterschied mehr, ob eine Bank wie HSBC ungehemmt Drogengelder aus Mexiko und der arabischen Welt wäscht oder Reichen dazu verhilft, ihr Vermögen explodieren zu lassen. Ganz im Gegenteil helfen die Gelder der organisierten Kriminalität prächtig dabei, den Cash-Flow und damit die Gewinne auf den Finanzmärkten zu steigern und die Superreichen eben auch mit Hilfe von Schwarzgeld weiter nach oben zu katapultieren.

Wer noch arbeitet, ist da selber Schuld, denn Arbeit ist im Vergleich zur kosmopolitischen Vernetzung des Kapitals ein Provinzling, der längst von der allgemeinen Wohlstandsentwicklung abgehängt wurde.

Entscheidend für dieses gewaltige Unrechtssystem, das uns über kurz oder lang arm machen wird, ist aber der politische Einfluss der großen Banken. Für die HBSC reichte es in Großbritannien völlig aus, mit einer Verlegung der Zentrale nach Hongkong zu drohen, um 2016 wegen massenweiser Beihilfe zu Geldwäsche und Steuerflucht in England nicht strafrechtlich belangt zu werden. Die Bank bekam als Geschenk sogar noch Steuerreduzierungen von der britischen Regierung Cameron.

Die entsetzliche Ungerechtigkeit dieses Systems besteht letztlich aber darin, dass die Banken mittels ungehemmter Geldschöpfung gewaltige Gewinne einfahren (insgesamt über einhundert Milliarden Dollar nur für die größten zehn Banken weltweit in 2017 und das auch nur offiziell) aber dabei global weniger als eine Million Mitarbeiter beschäftigen (auch hier nur die größten zehn Banken), die kontinuierlich weiter reduziert werden.

In einer global immer mehr zerstrittenen Welt, sind es genau diese mafiösen Konzerne, die profitieren und zusammen mit ihrem Klientel, den Superreichen, eine Machtfülle entwickeln, die irgendwann zum Aufbau einer Weltregierung reichen wird.

Ein Ausweg ist derzeit nicht in Sicht.