Vergleich dax

Ein etwas ungewöhnlicher Chartvergleich. Die Prozentwerte der SPD seit 1998 (Regierung Schröder) entwickelten sich in den letzten 20 Jahren umgekehrt proportional zum Dax.

Sönke Paulsen, Gedächtnisbüro Berlin

Über die SPD ist viel geschrieben worden und in den letzten 20 Jahren selten etwas Gutes.

Nun halten sich viele Anhänger, Mitglieder und Nutznießer der Partei an der Hoffnung fest, dass die Sozialdemokraten (derzeit in Umfragen mit 17% gleichauf mit der AfD) sich aus ihrer Krise wieder aufrappeln und Volkspartei werden.

Man kann allerdings, bei aller romatischen Spinnerei, die Sache mit dem Abbau der SPD auch ganz nüchtern sehen, als Chartvergleich.

Der Betrachtungszeitraum von 20 Jahren ermöglicht es, über Dellen und Spitzen hinweg den allgemeinen Trend eines Titels zu erkennen. Die Frage, ob man SPD-Aktien kaufen würde, erzwingt eine Gegenüberstellung mit dem Daxverlauf in den letzten zwanzig Jahren (grüne Kurve).

Was wir sehen ist, dass die rote Kurve genau wie die grüne Kurve in ziemlich ähnlicher Weise über den Betrachtungszeitraum absinkt.  Dennoch kann man Daxtitel weiterhin kaufen, weil die grüne Kurve nämlich in dieser Darstellung gespiegelt wurde. Dies macht deutlich, dass sie in ziemlich genau der Bewegung  seit 1998 angestiegen ist, wie die SPD (nicht gespiegelte Kurve) abgestiegen ist. Eine SPD-Aktie sollte man also auf gar keinen Fall kaufen, wenn es sie denn gäbe. Sie verhielte sich nämlich genau umgekehrt proportional zum DAX.

Kurvenverläufe, wie die SPD sie aufweist, finden sich vor allem bei Unternehmen, die später abgewickelt wurden. Ein Beispiel wäre die RAG (Ruhrkohle-AG).

Umgekehrt proportionale Entwicklung der Sozialdemokraten zum Dax

Obwohl die Sozialdemokraten mit ihrer Politik einen nicht unerheblichen Anteil an der postiven Entwicklung der DAX-Werte hatten, wenn man nur die Zeiträume von 1998 bis 2005 betrachtet, gab es keine Gratifikation für die Partei. Sie stieg in dem Maße ab, wie der DAX aufstieg.

Eine mögliche Erklärung wäre, dass die Wähler der SPD überwiegend nicht zu den Menschen gehören, die an der Börse investieren. Eine andere Erklärung wäre, dass der deutsche Aufschwung, den die SPD mit ihrer rot-grünen Agenda-Politik gebahnt hat und welcher bis heute anhält, eben deshalb der SPD nicht zugute gekommen ist, weil sie kein börsennotiertes Unternehmen ist.

Übrigens nahm mit dem DAX auch die Spreizung in der Gesellschaft (zwischen arm und reich) deutlich an Schärfe zu und zwar direkt proportional!

Inzwischen hat der deutsche Unternehmergeist, den Gerhard Schröder so beschworen hat, in Verbindung mit einem unternehmerfreundlichen Arbeitsmarkt und entsprechender Steuerpolitik dazu geführt, dass der Gini-Index (nicht zu verwechseln mit dem Gini-Koeffizienten) von 0,61 im Jahr 1998 auf 0,28 im Jahr 2018 abgesunken ist. Totale Gleichehit besütnde theoretisch bei einem Index von 1 und totale Ungleichheit bei einem Index von 0. In Zahlen bedeutet dies, dass 1998 die reichsten 10% in Deutschland etwa 42% des Vermögens besaßen, im Jahr 2007 waren es 66,6% und 2018 wird dieser Wert gar nicht mehr bestimmt, weil die statistischen Unsicherheiten wegen der Verschiebung von Vermögenswerten über den Erdball auch in Deutschland stark zugenommen haben. Global haben, laut aktueller Oxfamstudie, etwa 1% der Weltbevölkerung weit über 80% des gesamten globalen Vermnögens an sich gerissen.

Die SPD hat also keinen guten Stand und müsste als Aktie die für soziale Gleichheit und Ausgleich steht, demnächst irgendwann auf Ramschniveau enden.

Aktuelle Medienberichte thematisieren, passend dazu, wie wenig Mut die Partei hat, gegen die Interessen der börsennotierten Unternehmen zu arbeiten. Beispiel Tranparenzforderung Unternehmenssteuern von denen Olaf Scholz nichts wissen will, obwohl sie einer EU-Richtlinie entspricht.

So ist es. Es handelt sich übrigens um keine Studie der Initiative für Neue Soziale Marktwirtschaft, sie würde den Parteien ja nahelegen, nicht dem Dax hinterher zu laufen, sondern um eine Überlegung des Gedächtnisbüros Berlin.